OTTOS KOPFBALL FÜR DIE EWIGKEIT

14. Juni 2018 in tipico Bundesliga

Eigentlich war es ja, zumindest partiell, Heimo Pfeifenbergers Verdienst. „Er hat zu mir gesagt, ich soll nach vor kommen“, erinnert sich der legendäre Austria-Salzburg-Torhüter Otto Konrad. Es war die Zeit der Europacup-Helden aus der Mozartstadt; die Zeit, in der das violette Gute-Laune-Orchester, dirigiert von Maestro Otto Baric, ganz Europa seinen Rhythmus aufzwang. Und mitten in dieser Zeit wechselte Otto Konrad das Terrain. Kurzerhand funktionierte er sich selbst um: vom Strafraum-Hexer zum Ungeheuer des gegnerischen Strafraums. Wir schreiben den 29. Oktober 1994, Tatort: Linzer Stadion. In der Schlussminute liegt Meister Salzburg bei Underdog FC Linz überraschend mit 0:1 zurück. Zauberzangler Tomislav Kocijan macht sich – in der allerletzten Aktion des Spiels – für einen Freistoß auf halblinks bereit. Und dann der entscheidende Zuruf von Stürmer Heimo Pfeifenberger an seinen Schlussmann Otto Konrad: „Komm nach vor!“ Konrad kam, sah und traf. Etwa auf Elferhöhe schraubt er sich in lichte Höhen, übernimmt den gefinkelt in den 16er gezwirbelten
Kocijan-Freistoß mit dem Kopf. Der Ball landet fast punktgenau im Linzer Kreuzeck – ein Super-Treffer, der später zum Tor des Jahres gewählt werden sollte. Bei der anschließenden Salzburger Jubeltraube wird Konrad von seinen enthusiasmierten Teamkollegen fast erdrückt. Ganz von ungefähr kam der Kopfballtreffer allerdings nicht, wie Konrad erklärte: „Ab und zu haben wir im Training Rollen getauscht. Dann musste der Heimo ins Tor und ich war der Stürmer.“