#BundesligaTeamwork: Zeitreise 1992/93

2. April 2020 in tipico Bundesliga

Blickt man nach draußen, hat man aktuell das Gefühl, dass die Zeit ein wenig still steht. Deshalb nehmen wir euch auf eine Zeitreise in längst vergangene Bundesliga-Saisonen mit. Wir fassen kompakt zusammen, was es zur damaligen Spielzeit zu sagen gibt, wer die Helden waren und was sonst so in der Welt los war. Außerdem öffnen wir erstmals exklusiv das – soweit digitalisiert - komplette Bundesliga-Journal-Archiv. Lest die damaligen Journal-Ausgaben, schwelgt in Erinnerungen und schmunzelt über kultige Fotos und Typen!
 
Reiseleiter: Mathias Slezak
Fotos: GEPA Pictures
 
Die Saison: 1992/93
 
Der Meister: FK Austria Wien
 
Das Meisterschaftsfinale: Der Zweikampf zwischen den beiden Austrias aus Wien und Salzburg aus der Vorsaison wird insbesondere im Herbst deutlich erweitert. Nach dem Grunddurchgang befinden sich vor der Punktehalbierung mit Austria Salzburg, Wacker Innsbruck, Austria Wien, dem Wiener Sport-Club, Rapid und der Admira gleich sechs Vereine innerhalb von nur vier Punkten. Nach der Halbierung gehen also gleich sechs Klubs mit einem Abstand von nur einem Sieg (2-Punkte-Regel) ins Meister-Playoff. Dort kristallisieren sich abermals die beiden Austrias als deutlichste Titelanwärter heraus. Nachdem die Salzburger zwischenzeitlich deutlich die Nase vorne haben, finden die Veilchen aus Wien zu Saisonende zu ihrer Bestform. Fünf Siege in Folge – von Runde 31 bis 35, darunter auch jener im direkten Duell in Salzburg – sorgen dafür, dass die Wiener als Tabellenführer in die alles entscheidende letzte Runde gehen. Gegner ist niemand geringerer als der Erzrivale aus Hütteldorf, während es die Salzburger zuhause mit VSE St. Pölten zu tun bekommen. Die Mozartstädter erfüllen ihre Pflichtaufgabe durch ein Pfeifenberger-Tor mit 1:0. Die Wiener Austria geht vor rund 27.000 Zuschauern ins Entscheidungsspiel im - mittlerweile nach dem verstorbenen Ex-Teamchef benannten – Ernst-Happel-Stadion. Valdas Ivanauskas bringt die Austria mit einem Seitfallzieher nach elf Minuten in Führung und Peter Stöger erhöht noch vor der Halbzeit auf 2:0. Ogris und Prosenik sorgen in Halbzeit zwei schließlich für den 4:0-Endstand und dafür, dass die Wiener Austria zum dritten Mal in Folge den Meisterteller in die Höhe stemmen kann.
 

 
Die Abschlusstabelle des Meister-Play-Offs:
 
Anmerkung: Zwei-Punkte-Regel + Punktehalbierung vor dem Play-Off
 
Der Meistertrainer: Hermann Stessl wird im Sommer 1992 zum insgesamt dritten Mal Trainer der Wiener Austria und kann auch in seiner dritten Amtszeit einen Meistertitel mit den Veilchen feiern. Seine Amtszeit endet jedoch schon im Sommer 1993 wieder, Ex-Teamchef Josef Hickersberger wird sein Nachfolger.
 
Die Bomber der Liga: Vaclav Danek (Wacker Innsbruck) ist mit 24 Toren am erfolgreichsten, vor Olaf Marschall (Admira) und Heimo Pfeifenberger (Austria Salzburg) mit jeweils 19 Toren.
 
International: Die Königsklasse des europäischen Fußballs wird in der Saison 1992/93 erstmals unter dem Namen „Champions League“ gespielt. Der Modus ist jedoch anders als wir ihn heute kennen. Nach zwei K.o.-Runden werden die verbleibenden acht Mannschaften in zwei Vierer-Gruppen eingeteilt. Der jeweilige Gruppensieger qualifiziert sich fürs Finale. Die Wiener Austria scheiterte knapp am Einzug in die Gruppenphase. Nachdem die Wiener in der ersten Runde ZSKA Sofia ausschalten, müssen sie sich in Runde 2 Club Brügge und der Auswärtstorregel geschlagen geben. Die drei österreichischen Vertreter im UEFA-Cup bekommen es allesamt mit sehr namhaften Gegnern zu tun – und müssen allesamt bereits in Runde 1 die Segel streichen. Rapid scheidet gegen Dynamo Kiew – ebenfalls aufgrund der Auswärtstorregel – aus, Austria Salzburg scheitert an Ajax Amsterdam (u.a. mit Dennis Bergkamp, Marc Overmars, Edgar Davids und Trainer Louis van Gaal) und die AS Roma ist für Wacker Innsbruck eine Spur zu groß. Im Cup der Cupsieger übersteht die Admira die erste Runde gegen den walisischen Vertreter Cardiff, im Achtelfinale gegen Antwerpen holt die Admira in Unterzahl den 2:4-Rückstand aus dem Hinspiel auf, scheitert jedoch nach Verlängerung mit 3:4.
 
Kuriositäten: Die Wiener Austria kann sich zum dritten Mal in Folge den Titel am letzten Spieltag sichern – und zum zweiten Mal in Folge punktegleich aufgrund der besseren Tordifferenz. Die Admira legt nach dem Europacup-Aus in Antwerpen Protest ein: die Tore seien um sechs Zentimeter zu niedrig gewesen. Der Protest wird abgewiesen, mit der Begründung, er hätte vor dem Spiel erfolgen müssen. Sturm erhält nach Zuschauerausschreitungen eine Platzsperre und muss für das Spiel gegen Austria Salzburg in Runde 10 nach Kapfenberg ausweichen.
 
Bildergalerie zum Durchklicken:
 

Weltgeschehen & Politik: Bill Clinton wird US-Präsident, die Wiener Hofburg brennt, die Tschechoslowakei trennt sich in die Tschechische Republik und die Slowakei und Österreich beginnt die Beitrittsverhandlungen zur EU.
 
Sport: Ernst Happel stirbt im Alter von 66 Jahren, bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona holt Österreich zwei Silbermedaillen: Boris Boor, Thomas Frühmann, Jörg Münzner und Hugo Simon als Team im Springreiten und Arnold Jonke/Christoph Zerbst im Ruder-Doppelzweier. Nigel Mansell gewinnt seinen einzigen Formel 1-Weltmeistertitel. Die Winter Special Olympics werden in Schladming und Salzburg und damit erstmals außerhalb der USA ausgetragen und vom ehemaligen Bodybuilder und Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger eröffnet.
 
Musik: „Die da“ von den Fantastischen Vier (6 Wochen) und „I Will Always Love You“ von Whitney Houston (10 Wochen) dominieren die Charts.
 
Kino: „Erbarmungslos“ gewinnt den Oscar als bester Film.
 

Exklusiv: Bundesliga-Journal Saison 1992/93

Im Zuge der „Zeitreise“-Serie öffnet die Österreichische Fußball-Bundesliga erstmals ihr komplettes Bundesliga-Journal-Archiv, soweit die Ausgaben bereits digital vorhanden sind.
 

 
In dieser Ausgabe lesen Sie einen Bericht über die Talentwerkstatt Wiener Sport-Club, St. Pöltens (!) Goalgetter Ivica Vastic und Transfergerüchte über Olaf Marschall (die sich im Sommer 1993 mit seinem Transfer nach Dresden bestätigen sollten).
Außerdem zu sehen: ein Inserat des damals frischgebackenen niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll, eine Kika-Werbung, die uns erklärt, „wie man heutzutage wohnt“ (Spoiler: Holzsessel waren damals gerade in) und der junge Thomas Silberberger bei Wacker Innsbruck.

--> hier geht’s zur Frühjahrsausgabe 1993

#BundesligaTeamwork ist eine Online-Initiative der Österreichischen Fußball-Bundesliga. Als Fußball haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung, die über den Sport hinausgeht. In Zeiten, in denen viele Menschen auf ihre Mitmenschen Rücksicht nehmen und zur Eindämmung des Coronavirus zuhause bleiben, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten vermeiden, stellen wir insbesondere auf unseren digitalen Kanälen verstärkt Inhalte zur Verfügung. Die komplette Übersicht finden Sie auf www.bundesliga.at/teamwork
 
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