12 Teams – 12 Highlights: Die Husarenstücke der Herbst-Saison

15. Dezember 2021 in ADMIRAL Bundesliga 18 Runden liegen hinter den Mannschaften der ADMIRAL Bundesliga. Bisher war es ein Grunddurchgang voller spannender Spiele, die so manche Überraschung zu bieten hatten. Aufholjagden, Trendwenden, Kantersiege – alles, was den Fußball attraktiv macht, war auch in diesem Herbst dabei. Die Redaktion von bundesliga.at hat sich von jeder Mannschaft ein Highlight herausgepickt und zeigt damit, wie aufregend die Saison für ihre Protagonisten war. Und es geht ja noch weiter…

Red Bull Salzburg: Der Start der Serientäter

Alles begann mit harter Arbeit. Erstes Spiel vor Fans seit Langem, knisternde Flutlicht-Atmosphäre in Graz-Liebenau – und Sturm führte zur Halbzeit mit 1:0. Sollte sich bewahrheiten, dass die Salzburger in dieser Saison nach vielen Umbrüchen und mit einem neuen Trainer zu knacken wären? Nein! Mit 3:1 behielten die Bullen die Oberhand, Karim Adeyemi deutete mit einem Doppelpack an, dass es „seine“ Saison werden könnte. Der Auftakt zu einem grandiosen Start mit zehn Liga-Siegen in Folge.

 

SK Sturm Graz: Gnadenlos in Hütteldorf

Auch wenn ab Oktober bei den Blackies ein wenig der Wurm drinnen war, zu Beginn der Saison lief es wie am Schnürchen. Sechs Siege und zwei Remis bei nur einer Niederlage – so die Bilanz in den ersten neun Runden. Gekrönt wurde dieser Lauf von einem 3:0-Auswärtssieg im Allianz-Stadion gegen Rapid. Die Partie verlief ausgeglichen, beide Teams agierten sehr offensiv, auch Rapid kam zu Großchancen. Doch während der Gegner seine Gelegenheiten vergab, zeigte sich Sturm enorm effizient. Vor allem der Schlusspunkt war eine Augenweide. Sechs Sturm-Spieler kombinierten mit One-Touch-Fußball nach vorne, ehe Ljubic abschloss. Und das, obwohl der heuer so starke Jakob Jantscher schon zu Beginn wegen Magenproblemen raus musste.

 

RZ Pellets WAC: Klarer Sieger im gefühlten Derby

Zwei Niederlagen, zwei Remis – es war kein berauschender Start unter dem neuen Trainer Robin Dutt. Doch je länger die Saison ging, desto mehr verinnerlichten Baumgartner, Baribo & Co. die neue Spielweise und kletterten nach oben. Mitten in einer Serie von fünf Siegen in Folge lag auch der 3:0-Sieg im Pack-Derby gegen Sturm Graz. Michael Liendl gelang dabei ein Traumtor, als er aus 26 Metern mit 111 km/h genau in den Winkel traf. Vorne wurde effizient geliefert, hinten hatte Tormann-Rückkehrer Kofler einen Sahnetag.

 

Austria Klagenfurt: Der Coup des Riesentöters

Was für eine grandiose Herbstrunde des Aufsteigers, der mittendrin ist im Kampf um einen Platz in der Meistergruppe. Das vielleicht größte Husarenstück gelang dem Team von Kult-Trainer Peter Pacult am 16. Spieltag, als dem bis dahin ungeschlagenen und souveränen Tabellenführer Red Bull Salzburg die erste (und bis dato einzige) Niederlage der Saison beigebracht wurde. Turgay Gemicibasi und (natürlich) Markus Pink sorgten für den Coup, nach dem Pacult frohlockte: „Eine sensationelle Momentaufnahme.“

 

SK Rapid Wien: Karas Reaktion auf die Live-Tabelle

Rapid-Fans schauten schon vor dem Duell gegen die WSG Tirol nur ungern auf die Tabelle. Vorletzter und Letzter standen einander in der 10. Runde in Hütteldorf gegenüber. An die Live-Tabelle nach 38 Minuten denken sie aber wohl noch heute mit Schaudern zurück. Thomas Sabitzer hatte die Tiroler in Führung gebracht, Rapid war tatsächlich Letzter. Aber dann nahm Ercan Kara das Heft in die Hand und führte Rapid mit seinem ersten Bundesliga-Dreierpack noch zu einem 5:2-Sieg. Und die Tabelle war schon wieder freundlicher.

 

SV Guntamatic Ried: Befreiungsschlag in der Südstadt

Zwischenzeitlich kompliziert, aber erfolgreich – so könnte man die bisherige Saison der Innviertler zusammenfassen. Nach einem guten Start waren die Rieder in der 14. Runde seit sieben Spielen ohne Sieg, als sie unter Interimstrainer Christian Heinle bei der Admira antraten – und lagen 15 Minuten vor dem Ende verdient mit 0:1 hinten. Doch dann legten Stefan Nutz und Leo Mikic mit zwei späten Toren einen starken Schlussspurt hin und läuteten mit dem bisher einzigen Auswärtssieg der Saison eine Trendwende ein, die nicht nur für dieses Spiel galt. 

 

FK Austria Wien: Das Torspektakel von Hartberg

Nach durchwachsenem Saisonbeginn, dem Europacup-Out gegen Breidablik und fünf Tage nach dem bitteren Cup-Ausscheiden in Kapfenberg, gelang der Austria ebenfalls in der Steiermark ein spielerisches Highlight. Während im Herbst vor allem die Jungen wie Huskovic, El Sheiwi und Co. eine Talentprobe abgaben, waren es beim 4:3-Torspektakel in Hartberg die Routiniers, die eine Gala ablieferten. Für die herrlichen Tore sorgten Djuricin (zwei), Fischer und Suttner, der mit einem Effetschuss Rene Swete überraschte. Es war eines von nur zwei Spielen, in dem die Veilchen im Herbst mehr als zwei Tore kassierten. Dass man trotzdem gewann, war ein echter Push fürs Selbstvertrauen.

 

TSV Egger Glas Hartberg: Sturm trifft gegen Sturm

Der 3:2-Sieg im Steirerderby war ein echtes Highlight und Hartbergs erster Heimsieg in dieser Saison. Freilich sah es zuerst gar nicht danach aus: Dario Tadic fiel schon vor dem Match verletzt aus, Kapitän Rene Swete nach zehn Minuten und nach 35 auch noch Manfred Gollner. Doch ein Doppelschlag von Horvat (18. Minute, ein Kracher aus 30 Metern) und Niemann (22.) brachte Hartberg voran. Nach dem Anschluss durch Jantscher machte ausgerechnet Philipp Sturm gegen Sturm bei seinem Comeback als Joker den Deckel drauf. Niangbo gelang nur noch Ergebniskosmetik.

 

LASK: Das Tor der Hoffnung

„Wir können für die Quali-Runde planen“, hatte Peter Michorl die Hoffnung schon aufgegeben. Nach 16 Runden fehlten dem LASK sechs Punkte auf Platz sechs. Als es im letzten Spiel der Herbstrunde in der Generali Arena nach 19 Sekunden 1:0 für die Austria stand, waren es sogar sieben. Aber der LASK kam zurück! Nach einigen Flipper-Stationen im Austria-Strafraum sprang der Ball in der 79. Minute beim Stand von 2:2 Lukas Grgic vor die Füße. Der schlenzte ihn überlegt zum 3:2-Sieg ins Eck. Und der LASK darf nur vier Punkte unter dem Strich wieder hoffen.

 

WSG Tirol: Sabitzers historischer Hattrick

Neun Runden war die Saison schon alt, und die WSG Tirol hatte noch immer keinen Sieg eingefahren. Vor allem Neuerwerbung Thomas Sabitzer hatte noch gar nicht überzeugen können. Auch nach 21 Bundesliga-Spielen wartete der Cousin des Bayern-Stars Marcel und Neffe des Ex-Teamstürmers Herfried noch auf seinen ersten Treffer. Gegen die SV Ried explodierte er aber, schoss die WSG zum ersten (4:2-)Sieg – und machte die Familie Sabitzer zur einzigen mit drei Hattrick-Schützen in der Bundesliga-Geschichte.

 

FC Admira Wacker: Herzogs triumphale Rückkehr

Dafür hätte Andi Herzog nach 18 Jahren nicht nach Hütteldorf zurückkehren müssen. Auch einen Tag nach seinem 53. Geburtstag lief für die Admira alles so wie immer. Einen einzigen Punkt hatten die Südstädter in den letzten acht Spielen aus dem Allianz-Stadion entführt, Torverhältnis 2:23! Und auch diesmal führte Rapid führte zur Pause 1:0. Aber in der zweiten Hälfte schraubte Roman Kerschbaum einen Freistoß zum 1:1 ins Netz und acht Minuten vor Schluss gelang Stephan Zwierschitz noch das Siegestor! Ein Triumph auf ganzer Linie.

 

CASHPOINT SCR Altach: Nuhiu schießt Rapid ab

Für die Vorarlberger war der Herbst hart. Wie im Vorjahr überwintert man als Tabellenletzter. Immerhin: Ein richtig emotionaler Sieg zeigte, wozu die Mannschaft fähig sein kann. Dabei gingen die Hütteldorfer durch einen Grüll-Freistoß in Altach in Führung. Doch der Außenseiter gab sich nicht geschlagen, drehte durch ein Tor von Nussbaumer und einen Nuhiu-Elfer in allerletzter Minute noch die Partie. Dass Nuhiu ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub wieder sein erstes Bundesliga-Tor nach so vielen Jahren in England schoss, hinterließ bei ihm gemischte Gefühle: „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball!“

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