Altachs letzte Chance: Ausgerechnet bei der Admira

11. Mai 2022

Ausgerechnet bei Angstgegner Admira muss Altach jetzt den Strohhalm für den Klassenerhalt ergreifen – dort, wo man schon fast vier Jahre nicht gewonnen hat. Gutes Omen? Der letzte Sieg in der Südstadt gelang unter Sportchef Werner Grabherr als Trainer.

Wenn man es positiv sehen will, ist die Situation für den CASHPOINT SCR Altach nichts Neues. „Für uns ist ohnehin seit Monaten jedes Spiel ein Endspiel“, weiß Emanuel Schreiner. Am Samstag (17 Uhr, siehe Spielplan 31. Runde) hat das Ganze gegen die Admira aber nochmal eine andere Dynamik: Denn nur mit einem Sieg könnten die Altacher den Abstiegskampf noch aus eigener Kraft für die letzte Runde der ADMIRAL Bundesliga offen halten. Bei einem Remis müsste Ried im OÖ-Derby gegen den LASK verlieren, damit man sich eine theoretische Chance bewahrt. Fix ist auch: Komplett aus eigener Kraft kann es Altach nach dem Heimremis zuletzt gegen Ried nicht mehr schaffen.

Enttäuscht, aber nicht geknickt

Dementsprechend groß war die Enttäuschung bei Schreiner und Co. nach dem unglücklichen 1:1 vor 7500 Fans: „Bitter, weil wir uns den Sieg mehr verdient hätten.“ Der Sportliche Leiter Werner Grabherr sieht aber noch viel Leben in seiner Mannschaft: „Es gibt keinen Grund geknickt zu sein. Von der Leistung hätten wir das Spiel gewinnen müssen, wir waren besser. Das nehmen wir als Motivation jetzt mit in die Südstadt.“

Seit 2018 kein Sieg in der Südstadt

Freilich wäre ein Sieg dort schon ein mittelgroßes Wunder – zumindest, wenn man einen Blick auf die Statistik wirft. Altachs letzter Sieg in der Südstadt ist bereits fast vier Jahre her. Seitdem eroberte man dort in sechs Spielen nur drei Punkte. Der einzige Spieler aus dem heutigen Kader, der beim letzten Sieg (4:2 am 29. September 2018) gegen die Niederösterreicher am Platz stand, war Emanuel Schreiner. Immerhin: Auf der Trainerbank saß damals Werner Grabherr: „Vielleicht ein gutes Omen“ hofft der Sportchef, dass es ausgerechnet gegen Altachs Angstgegner, der sich selbst schon einen kleinen Mythos der „Unabsteigbarkeit“ aufgebaut hat, mit dem nötigen Sieg klappt.

Grabherr: „Können unter Druck Leistung bringen“

„Dass unsere Mannschaft unter Druck gute Leistungen bringen kann, hat sie mit den Auftritten in der Qualifikationsgruppe bewiesen.“ Ausnahme: Das 0:4 in Hartberg. „Die Ausschlüsse gegen Hartberg und davor gegen den LASK waren Gift. Mit diesen Niederlagen haben wir den Rückstand wieder aufgerissen.“ Sollte es am Ende nicht klappen, war der Hund aber wohl mehr im Grunddurchgang und vor allem in der Unserie von 10 Niederlagen begraben.

Schreiner: „Glauben an uns und geben Gas.“

„Gewinnen wir in der Südstadt, wird es auch für die anderen Mannschaften nicht leicht“, weiß Schreiner: „Denn wir waren ohnehin fast die ganze Saison Letzter. Wir können damit umgehen, glauben an uns und geben Gas.“ Freilich gibt sich keiner Illusionen hin: Mit einem Bein steht das Team schon in der 2. Liga und dort müsste personell einiges eingespart werden. Die Mannschaft, die unter Trainer Ludovic Magnin in der Qualifikationsgruppe doch ihre Qualitäten gezeigt hat, würde in dieser Form nicht zusammen bleiben. Zurück bliebe die Erkenntnis, dass man einfach zu spät noch in die Spur gefunden hat. Zuerst blickt man aber noch einmal nach vorn: Zum nächsten Endspiel bei der Admira. Denn aufgegeben hat man im Ländle noch lange nicht.

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