Vierkampf um die Meistergruppe: Die Mutmacher für Rapid, Austria & Co.

5. März 2022 in ADMIRAL Bundesliga Das Timing könnte nicht besser sein. Rechtzeitig zum finalen Showdown fallen so gut wie alle Corona-Maßnahmen, die Fans können ohne gröbere Einschränkung in die Stadien der ADMIRAL Bundesliga strömen und ihre Teams anfeuern. Das ist umso wichtiger, da sich in der letzten Runde des Grunddurchgangs (alle Spiele mit Entscheidungscharakter werden am Sonntag um 17 Uhr angepfiffen, live auf Sky) vier Mannschaften um drei freie Plätze in der Meistergruppe raufen. Austria Klagenfurt, Austria Wien, Rapid Wien, SV Guntamatic Ried – bei einer dieser Mannschaften wird es am Ende des Wochenendes lange Gesichter geben. Wir haben Statistik-Partner opta gebeten, für jeden Klub ein paar Mutmacher zu finden, mit denen sie in das entscheidende Match ziehen können.

Austria Klagenfurt

Diese Konstellation kann man sich nicht ausdenken. Ausgerechnet Rapids letzter Meistermacher Peter Pacult kommt mit SK Austria Klagenfurt ins Allianz Stadion, um eine Sensation zu schaffen. Denn noch nie ist es einem Aufsteiger gelungen, in die Meistergruppe einzuziehen und somit bereits nach 22 Runden den Klassenerhalt perfekt zu machen. Nötig ist dafür ein Punkt, dann würde man sich alle Rechenspiele ersparen.

Das Gute: In den letzten drei Auswärtsspielen blieben die Kärntner ungeschlagen, holten zwei Siege (Hartberg, Tirol) und ein Remis (LASK). Ein klarer Aufwärtstrend, stellen diese sieben Zähler doch mehr dar, als was in den ersten sieben Auswärtsspielen der Saison geholt wurde.

„Die Vorfreude ist riesig“, sagt Offensivmotor Patrickl Greil. „Dass wir diese Möglichkeit haben, ist toll. Ein Spiel in Wien gegen Rapid ist immer was Besonderes. Es wird eine Superkulisse geben, weil es auch um sehr viel geht.“

Doch selbst wenn es nicht klappt: 30 Punkte nach 21 Runden sind die beste Bilanz eines Neulings, seit der LASK in der Saison 2017/18 als Aufsteiger die Liga rockte. Somit sollte das ausgegebene Ziel, nicht abzusteigen, auch über die Qualifikationsgruppe erreicht werden.

 

Rapid Wien

Was für eine Achterbahnfahrt bei Rapid in dieser Saison! Damit der Rollercoaster in den nächsten Wochen in der oberen Hälfte fährt, muss wohl ein Sieg über Aufsteiger Klagenfurt her (ein Punkt reicht nur, wenn Ried nicht gegen Sturm gewinnt) – ein echtes Endspiel. „Dass jetzt wieder alle Fans ins Stadion dürfen, ist gerade für uns ein riesiger Vorteil“, sagt Marco Grüll. „Wir sind allerdings jetzt auch in der Pflicht, ihnen etwas für ihren Support zurückzugeben.“

Der Offensiv-Allrounder geht diesbezüglich mit gutem Beispiel voran. Zuletzt gelang ihm beim 2:0-Sieg in Tirol bereits sein drittes direktes Freistoßtor in dieser Saison – alle anderen Klubs haben zusammengezählt fünf Treffer auf dem Konto. „Ich übe das regelmäßig, meistens 15 bis 20 Minuten nach dem Training. Schön, dass es sich auszahlt.“

Was noch für Rapid spricht: Von den letzten elf Heimspielen gegen Aufsteiger gewannen die Hütteldorfer neun, verloren wurde gar nur einmal (3:4 gegen Hartberg). Zahlenspiele, die für Grüll allerdings keine große Rolle spielen. „Wir sind Rapid, unser Anspruch muss sein, unter die Top 6 zu kommen. Da zählt auch nicht, dass wir einen größeren Druck haben als der Gegner. Ich kann mit der Favoritenrolle jedenfalls gut umgehen.“

 

Austria Wien

This trend is Austrias friend: Die Veilchen gewannen die ersten drei Partien des Kalenderjahres. Das gelang zuletzt in der Saison 2013, als man am Ende der Saison den bis heute letzten Meistertitel einfuhr, der nicht nach Salzburg ging. Damals als Co-Trainer und Stöger-Assistent auf der Bank: Manfred Schmid. Der steht den Violetten allerdings ausgerechnet im entscheidenden Match bei der Admira nicht zur Verfügung, da er in der spannenden Schlussphase beim 1:0-Sieg gegen den WAC die rote Karte sah.

Fakt ist: Ein Punkt reicht den Violetten in der Südstadt. Den hat man automatisch sicher, wenn man wieder kein Gegentor kassiert. Denn die Austria ist das einzige Team der ADMIRAL Bundesliga, das sich heuer noch kein Gegentor einfing. Gelingt das auch am Sonntag, wäre es der Gegentor-ärmste Frühjahrsstart seit 1985.

Mit dafür verantwortlich ist Torhüter Patrick Pentz, zuletzt doppelter Elfmeterheld gegen Michael Liendl. Er wehrt in der Bundesliga im Schnitt jeden dritten Elfmeter ab – eine starke Quote, die in der Crunchtime des Grunddurchgangs noch wichtig werden kann. „Super, welche Leistungen wir in den letzten drei Spielen gezeigt haben. Man merkt auch richtig, wie das Stadion mitgeht. Fans, Mannschaft, Leidenschaft – richtig geil!“

 

SV Guntamatic Ried

Die Euphoriewelle, mit der Ried in sein „Endspiel“ gegen Sturm Graz geht, könnte höher nicht sein. Am Mittwoch den Einzug ins Cup-Finale perfekt gemacht, nun die Chance, eine ohnehin bärenstarke Saison mit dem Einzug in die Meistergruppe zu krönen. „Das Schöne ist, dass wir es mit einem Sieg in der eigenen Hand haben, im Erfolgsfall auf keinen anderen Platz schauen müssen. Das streben wir an“, sagt Stefan Nutz, der auch im Pokalfight gegen Hartberg zwei Assists für sich verbuchen konnte.

In der Liga steht der Routinier bereits bei zehn Vorbereitungen, damit führt er diese Wertung vor Jakob Jantscher (neun) an. „Oft weiß man im Fußball nicht, warum es gut läuft oder nicht. Mein Ziel ist auf jeden Fall, dass ich die gute Form bis zum Ende der Saison beibehalten kann.“

Seit unglaublichen 15 Spielen sind die Rieder daheim ungeschlagen, neun Siege und sechs Unentschieden stehen zu Buche. Dass jetzt der Faktor Fan durch die Aufhebungen der Corona-Beschränkungen noch größer wird, ist für Nutz ein klarer Fall. „Das Stadion wird gegen Sturm ausverkauft sein, ich freue mich auf die spezielle Atmosphäre, die dann bei uns herrscht. Den ersten Schritt dieser Woche sind wir am Mittwoch gegangen, der zweite soll am Sonntag folgen.“ Gelingt der, wäre ein Brechen der Euphoriewelle so schnell nicht in Sicht.

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