Wie der Spielplan der ADMIRAL Bundesliga erstellt wird

21. Juni 2022 in ADMIRAL Bundesliga

Am Mittwoch, 22.06. ist es soweit: Die Bundesliga präsentiert den von Klubs und Fans mit Spannung erwarteten Spielplan der ADMIRAL Bundesliga für die Saison 2022/23. Bevor das passiert, erläutert David Reisenauer, Spielbetriebsvorstand der Bundesliga, auf bundesliga.at, wie er und sein Team aus mehr als 20 Entwürfen den einen ausgewogenen Spielplan zurechtgeschliffen haben.

Herr Reisenauer, morgen Mittwoch wird die Bundesliga den mit Spannung erwarteten Spielplan der Saison 2022/23 veröffentlichen. Wie darf man sich die Arbeit am Spielplan vorstellen, Sie haben ein Computerprogramm, das Sie mit Daten füttern?

Wir arbeiten mit einem externen Programm, dem man alle Vorgaben mitgibt und das dann daraus unterschiedliche Varianten für den Spielplan errechnet. Das heißt: Wir haben heuer mehr als 20 Spielpläne generiert. Man fokussiert sich dann auf ein, zwei vielversprechende, die man bis ins letzte Detail prüft und für die man dann in die Feinabstimmung geht. Zu den wichtigsten Vorgaben gehören etwaige Stadionsperren, der allgemeine Spielrhythmus, sowie behördliche Sicherheitsaspekte, die mit Priorität zu behandeln sind.

Darüber hinaus sollen weitere Eingriffe für eine Ausgewogenheit im Spielkalender sorgen?

Genau, wir nennen das Auslosungsprinzipien. Es darf beispielsweise für die einzelnen Klubs keine Spielfolgen von drei oder mehr Heim- oder Auswärtsspielen geben, der „Heim-Auswärts-Heim-Auswärts“-Rhythmus soll pro Klub so selten wie möglich unterbrochen werden, alle Klubs haben in Runde 1 und 2 sowie 21 und 22 ein Heim- und ein Auswärtsspiel. Und auch in den letzten Runden vor der Liga-Teilung im Frühjahr sollen alle Klubs die gleiche Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen haben. Wobei wir in dieser Saison nicht wie bisher vor der Teilung vier Spiele im Frühjahr haben, sondern aufgrund der Winter-WM sechs.

Sind alle Prinzipien immer zu erfüllen?

Bestimmte ja - und andere werden im Gesamtkontext einer Auslosungsvariante beurteilt. Wenn wir im Sinne der Ausgewogenheit etwa versuchen, dass das Heimrecht der Klubs zum Saisonstart jedes Jahr wechselt, wird sich das nicht immer ausgehen. Worauf wir diesbezüglich aber auch achten, ist, dass eine Mannschaft nicht hintereinander gegen die zwei besten Mannschaften der vergangenen Saison, im aktuellen Fall also gegen Red Bull Salzburg und Sturm Graz, antreten soll.

Dürfen die Klubs Auslosungs-Wünsche an die Bundesliga richten?

Sagen wir so, die Wünsche kommen ungefragt, aber berücksichtigen können wir sie nur in Ausnahmefällen. Wenn zum Beispiel Vereinsjubiläen anstehen, versuchen wir dahingehenden Wünschen nachzukommen, aber dieses Entgegenkommen darf nie auf Kosten anderer Klubs gehen.

Aber der Aufsteiger darf sich ein Heimspiel wünschen?

Der Aufsteiger hat in der Regel als erstes Spiel ein Heimspiel. Den Gegner darf er sich aber nicht aussuchen. Wir achten dennoch beim Gegner aber darauf, dass es auch ein Spiel ist, das organisatorisch gut abgewickelt werden kann, weil es für den Aufsteiger ohnehin eine große Umstellung ist. Also wird Lustenau nicht gleich gegen Klubs starten, bei denen auch eine Vielzahl an Gästefans zu erwarten ist.

Kommen wir zu Rapid und Austria: Ist ein Wiener Derby in der 1. Runde undenkbar?

Theoretisch wäre ein Wiener Derby in der ersten Runde schon denkbar, es wird aber unterm Strich wohl nie passieren. Eines der Ziele ist ja auch, eine spannende Meisterschaft zu organisieren, da würde ein Derby gleich in der 1. Runde nicht so gut in den Spannungsbogen passen.

Wird es englische Runden geben?

Nein, englische Runden sind glücklicherweise nicht notwendig und das, obwohl wir mit der WM im November/Dezember eine Ausnahmesituation haben. Aus diesem Grund werden auch die UEFA-Gruppenphasen von September bis November fast im Wochenrhythmus gespielt, was bisher nicht der Fall war. Dies beeinflusst aufgrund der 2-spielfreien-Tage-Regelung ebenfalls die Auslosung.

Noch zwei Fragen, die nicht direkt mit dem Spielplan zu tun haben: Ist die Auswärtstorregel jetzt auch in der Bundesliga Geschichte? Und bei Punktegleichheit werden die direkten Begegnungen gleich in der Tabellenreihung berücksichtigt?

Die Auswärtstorregel, die in den vergangenen Jahren neben dem Europacup-Playoff auch bei der Reihung punktegleicher Mannschaften im direkten Duell sowie in der Relegation Anwendung finden konnte, ist ganz weg. Bei Punktegleichheit zählen weiterhin die direkten Begegnungen, sie werden wie schon im Vorjahr direkt nach jedem Spiel in der Tabelle berücksichtigt.

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