Warum in Tim Prica ein Tiger steckt

5. August 2022 in ADMIRAL Bundesliga

In seinem ersten Halbjahr gelang Tim Prica für die WSG Tirol kein einziger Treffer. Jetzt ist der Schwede einer von nur drei Spielern, die in beiden Runden getroffen haben. Warum er als 20-Jähriger die WSG-Elfer schießen darf, wie er seine Torserie verlängern will und warum ein Tiger in ihm steckt, verriet er in unserer Rubrik „11 Fragen an…“

 

1) Hallo Tim, du bist mit Atdhe Nuhiu und Marin Ljubicic der einzige Spieler, der in beiden Runden der ADMIRAL Bundesliga getroffen hat. Du bist wohl zufrieden mit dem Saisonstart?

Ja und nein, ich wäre noch zufriedener, wenn wir auch das erste Spiel in Lustenau gewonnen hätten und ich eine der vielen guten Chancen genutzt hätte. Denn gut gespielt haben wir auch da schon.

2) Du hast jetzt zwei Tore auf dem Konto, nachdem es in der Frühjahrssaison noch nicht mit Toren geklappt hatte. Wie schwierig war diese Zeit für dich?

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nie daran gedacht habe. Aber ich glaube, dass ich trotzdem einige gute Spiele hatte. Ich war zufrieden, weil ich zu meinen Einsatzzeiten gekommen bin und immer versucht habe, dem Team zu helfen. Dass es mit dem Toreschießen noch nicht geklappt hat, habe ich nie in meinen Kopf kommen lassen. Das Wichtigste ist, dass du an dich selbst glaubst. Und ich habe immer an mich und mein Team geglaubt.

3) Du bist praktisch gleichzeitig mit Rasmus Höjlund aus Dänemark gekommen, wie war es für dich, zu sehen, dass er gleich funktioniert hat?

Ich kenne Rasmus schon seit einiger Zeit. Als ich bei Aalborg war, hat er beim FC Kopenhagen gespielt. Er war damals schon sehr gut. Ich habe natürlich mitbekommen, dass er mit seinen Toren gleich große Wirkung erzielt hat. Seine ersten zwei hat er ja gleich gegen uns geschossen. Aber ich versuche, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ich denke nicht daran, dass ich an seiner Stelle sein müsste. Es ist wie es ist.

4) Bisher hast du nur vom Elferpunkt getroffen. Du bist erst 20, warum darfst du die Elfer schießen, bist du Spezialist dafür?

Als Spezialist würde ich mich nicht bezeichnen, dafür bin ich noch nicht erfahren genug. Aber ich habe von kleinauf gerne Elfer geschossen und fühle mich wohl dabei, ich habe einfach Vertrauen in meinen Schuss.

5) Dein Vater Rade war ebenfalls ein bekannter Fußballprofi und schwedischer Nationalstürmer, war das für deine Karriere ein Vorteil oder ein Nachteil?

Die Frage bekomme ich oft gestellt. Für mich war es nie eine Last, eher ein Vorteil. Ich habe einen Vater, der Fußball gespielt hat, das ist doch perfekt! Er weiß, wie ich mich fühle, während der Spiele und auch danach. Und als Kind war es immer ein Vergnügen, bei den Spielen dabei zu sein und ihm zuzusehen.

6) Er hat in sieben Saisonen zweistellig getroffen, hast du dir für diese Saison eine Tor-Marke gesetzt? Baden Frederiksen und Vrioni haben die Latte mit 18 bzw. 19 Toren hoch gelegt.  

Manchmal zieht mich mein Vater schon damit auf. Aber nur im Spaß. Eine konkrete Zahl an Toren nehme ich mir nicht vor. Und wenn, behalte ich sie für mich. Ich will einfach immer nur besser sein als in der Saison davor. Die Tore werden schon kommen.

7) Ist dein Vater manchmal bei deinen Spielen dabei?

Ja, meine Eltern sind gerade in Österreich, haben schon die Spiele gegen Lustenau und Hartberg gesehen und werden auch im Spiel gegen Klagenfurt im Stadion sein.

8) Na, dann kann die Torserie ja weiter gehen?

Stimmt! Ich werde ihnen gleich noch mehr Tickets kaufen, damit sie in jedem Spiel dabei sind!

9) Bo Tim Rade Tiger Prica – du hast eine ganz schöne Auswahl an Namen, wer war für den Tiger zuständig?

Haha, ja, in Schweden haben viele Leute so viele Namen. Aber ich wurde immer Tim genannt. Für den Namen Tiger ist wohl in erster Linie meine Mama verantwortlich.

10) Du hast bisher in den schwedischen Nachwuchsauswahlen gespielt, könntest du aufgrund der serbisch-kroatischen Wurzeln deines Vaters auch für ein anderes Land spielen?

Ich glaube, ich könnte auch einen kroatischen Pass bekommen, aber für mich kommt nur das schwedische Nationalteam in Frage. Ich konzentriere mich jetzt einmal auf mein Spiel. Wenn die Zeit reif ist, würde ich natürlich gerne für Schweden spielen.

11) Du hast auch durch die Stationen deines Vaters schon viele Fußball-Länder gesehen, hast selbst in Schweden und Dänemark gespielt, im Nachwuchs sogar in Israel. Wo reihst du den österreichischen Fußball ein?

Der österreichische Fußball hat hohe Qualität, ist besser als viele Leute glauben. Die Liga ist sehr ausgeglichen. Natürlich gibt es mit Red Bull Salzburg ein herausragendes Team, aber auch Sturm Graz ist wirklich gut.

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