10. Mai 2026
Austria-Sieg im 350. Derby - 2:0-Erfolg bei Rapid
Saljic debütierte als Torschütze ausgerechnet im Derby - Rapid fiel offensiv wenig ein - Austria kletterte auf Rang vier
Nach dem 350. großen Wiener Fußball-Derby haben Rapid und Austria Tabellenplätze getauscht. Am Sonntag gewann die Austria in der vorletzten Runde der Meistergruppe in Hütteldorf mit 2:0 (1:0) und besetzt nun den vierten Rang. Rapid, das die Saison 2025/26 ohne Derbysieg beendet, hat als Fünfter zwei Zähler weniger. Nächsten Sonntag müssen die Grün-Weißen bei Sturm Graz bestehen, die noch um die erfolgreiche Titelverteidigung kämpfen. Die Austria empfängt Tabellenführer LASK.
Sanel Saljic besorgte in der 9. Minute per Kopf die Führung für die Gäste - für den Offensivspieler war es das erste Tor in der Bundesliga. Die Austria zog sich danach zurück und überließ Rapid die Kontrolle, die Hütteldorfer konnten daraus aber nichts Zählbares machen, hatten kaum gelungene Offensivaktionen. In der 60. Minute erhöhte die Austria dank eines Eigentors von Serge-Philippe Raux-Yao auf 2:0 (als offizieller Torschütze wurde zunächst Tin Plavotic geführt). Dabei blieb es bis zum Ende, worauf ein Pfeifkonzert der Rapid-Fans ertönte. Die Grünen könnten theoretisch aber noch Dritter werden.
Frühes Gegentor setzte Rapid unter Druck
Rapid startete mit einer guten Gelegenheit, als Petter Nosa Dahl in der 3. Minute nach Bolla-Vorlage aus spitzem Winkel nur Samuel Sahin-Radlinger traf. Die Hausherren, bei denen Andreas Weimann und der zuletzt gesperrte Nenad Cvetkovic in die Startelf zurückkehrten, waren in den ersten Minuten im Offensivspiel bemüht, jedoch versteckte sich auch die Austria nicht. In der 9. Minute spielten die Gäste den Gegner nach einem Eckball gekonnt aus. Manfred Fischer flankte unbedrängt von rechts, in der Mitte stand Saljic ebenso unbedrängt und überwand Niklas Hedl im Rapid-Tor.
Die Führung passte in den Matchplan der Violetten, die sich nun etwas tiefer aufstellen konnten und auf Fehler der Grün-Weißen lauerten, die sich auch immer wieder ergaben. In der 30. Minute war Austria-Torschütze Saljic Jakob Schöller schon enteilt, wurde aber im Strafraum regelkonform von Cvetkovic gestoppt. Hedl rettete in der 41. Minute gegen den sich allerdings im Abseits bewegenden Johannes Eggestein. Rapid strahlte nur bedingt Torgefahr aus: Jannes Horn (23.) schoss kurz vor seiner verletzungsbedingten Auswechslung daneben. Für den Deutschen kam Nikolaus Wurmbrand in die Partie. In der 34. Minute setzte Janis Antiste einen Kopfball knapp neben das Tor.
Austria legte nach Seitenwechsel nach
Mit fast 75 Prozent Ballbesitz ging Rapid in die Kabine, ehe es in der Pause eine Ehrung für zahlreiche Mitglieder jener Mannschaft gab, die 1996 das Finale des Europacups der Cupsieger in Brüssel gegen Paris Saint-Germain erreichte. Auch der damalige Rapid-Erfolgstrainer Ernst Dokupil und Ex-Präsident Günther Kaltenbrunner waren im mit 25.500 Zuschauern ausverkauften Allianz Stadion dabei.
Die aktuelle Rapid-Mannschaft mühte sich danach weiter, war aber bei den Aktionen im Angriffsdrittel nicht konkret genug und oft zu unpräzise. In der 52. Minute war es Raux-Yao, der nach einer Freistoßflanke nicht richtig zum Kopfball kam. Eine Rakete von Philipp Maybach aus der Distanz konnte Hedl (59.) gerade noch zur Ecke abwehren. Den nächsten Eckball, getreten von Lee Tae-seok, lenkte Raux-Yao ins eigene Tor ab. Anschließend war die Austria wieder besser im Spiel, gewann die entscheidenden Zweikämpfe. Bei Rapid brachte auch die Hereinnahme von Ercan Kara und Yusuf Demir nicht den gewünschten Effekt in der Offensive. Demir (89.) scheiterte im Duell gegen Sahin-Radlinger, die Aktion wurde aber wegen Abseits abgepfiffen.
Rapid musste somit die dritte Derby-Niederlage in dieser Saison einstecken. Zuletzt hatte es in der Spielzeit 2021/22 keinen einzigen grün-weißen Sieg in einem Derby gegeben, damals allerdings endeten alle Begegnungen 1:1.
Text: APA
Foto: GEPA pictures