13. Sept. 2026
Austria Wien in Nachspielzeit gegen Lustenau zu 2:1-Heimsieg
"Joker"-Tore von Hettwer und Boateng bescherten Wienern nach Rückstand im Finish erste Heimpunkte der Saison und Rang acht
Der Wiener Austria ist der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Die Favoritner holten am Samstag in einer dramatischen Partie gegen Aufsteiger Austria Lustenau mit 2:1 ihren ersten Heimsieg der Bundesliga-Saison. Dominik Weixelbraun brachte die Lustenauer in Führung (47.), die eingewechselten Julian Hettwer (81.) und Kelvin Boateng (92.) drehten im Finish das Spiel. Die Austria gab damit die "Rote Laterne" des Tabellenschlusslichts an Altach ab und schob sich auf Rang acht.
Austria-Wien-Trainer Stephan Helm stellte den erst zu Wochenbeginn verpflichteten Valentino Müller in die Startformation. Der gebürtige Lustenauer begann im Mittelfeld-Zentrum neben Youngster Philipp Maybach. Der wie Maybach 18-jährige Vasilije Markovic, der am Montag erstmals ins ÖFB-A-Team einberufen werden könnte, rückte in eine etwas offensivere Rolle. Bei den Lustenauern gab mit Rechtsverteidiger Anilson ebenfalls ein Neuzugang seine Startelf-Premiere in der Liga.
Die Gastgeber starteten ambitioniert, ihr Anfangselan verebbte aber. Nach einem Eckball von Lee Tae-seok köpfelte Johannes Handl knapp daneben (5.), ein Schuss von Johannes Eggestein wurde geblockt (14.). Nach 25 Minuten hatten die knapp 12.000 Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen. Nach einem öffnenden Pass von Handl auf Eggestein spielte Markovic in den Lauf von Manfred Fischer, der Austria-Kapitän traf aber nur das Außennetz.
Lustenauer Führung
Die Lustenauer wurden zusehends gefährlicher. Ein Weixelbraun-Kopfball nach einem Corner ging am langen Eck vorbei (28.). Antonio Verinac brachte den Ball nach einem Lochpass zwar an Handl vorbei, nicht aber an Austria-Goalie Samuel Sahin-Radlinger (36.). Weixelbraun scheiterte nach einem Tiefenlauf ebenfalls an Sahin-Radlinger (42.). Auf der Gegenseite hatte Eggestein, der sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte, Pech, dass sein abgefälschter Schuss von der Innenstange zurück ins Feld sprang (45.+1).
Zu diesem Zeitpunkt hatte Lee Kang-hee bei den Violetten bereits den am Knie verletzten Daniel Nnodim ersetzt. Ein Tor des Südkoreaners zählte nicht, weil Vorbereiter Fischer im Abseits gestanden war (45.+3). Nach Seitenwechsel unterlief Lee ein folgenschwerer Fehlpass. Der eingewechselte Sacha Delaye schickte Weixelbraun auf die Reise, der von Rapid geliehene Offensivspieler traf sicher zu seinem dritten Liga-Saisontor.
Das Helm-Team war gefordert. Aleksandar Dragovic traf den Ball im Strafraum nicht richtig (51.), Handls Kopfball nach einer Freistoßflanke berührte die Oberkante der Latte (54.). Den Wienern fehlte wie zuletzt bei der 0:1-Heimniederlage gegen die WSG Tirol das Tempo, Mitte der zweiten Hälfte gab es erste Pfiffe von den Heimfans. Delaye schlenzte den Ball an die rechte Stange (73.), dazu erzielte Lustenau durch Seydou Diarra ein Abseitstor (80.).
"Joker" stechen im Finish
Zwei "Joker" bescherten Austria Wien aber die ersten Heimpunkte der Ligasaison: Erst bediente Eggestein den in Minute 78 eingetauschten Boateng, dessen idealen Querpass verwertete Hettwer. In der Nachspielzeit köpfelte Lee Kang-hee nach einer Eggestein-Flanke an die Latte. Den Abpraller verwertete Boateng mit einem sehenswerten Seitfallzieher. Der Treffer zählte, obwohl Lee nach seinem Kopfball auf der Torlinie möglicherweise im Abseits gelegen war.
Die Wiener ließen dem 6:0 im Cup in Traiskirchen das nächste Erfolgserlebnis folgen. Nach sechs Ligarunden haben sie nun ebenso viele Punkte auf dem Konto und zogen um einen Zähler an den nun neuntplatzierten Lustenauern vorbei. Den Vorarlbergern blieb ihr erster Ligasieg in Wien-Favoriten auch im elften Anlauf verwehrt. Saisonübergreifend haben sie nur eine ihrer jüngsten 19 Auswärtspartien im Oberhaus gewonnen.
Text: APA
Foto: GEPA pictures