Zur Navigation springenZur Suche springenZum Hauptinhalt springenZum Footer springen

19. Mai 2026

LASK Meister Bundesliga

Die 7 Meister-Wunder des LASK

Der LASK hat es geschafft. Nach 61 Jahren des Wartens haben sich die Linzer als erst siebter Klub in der Geschichte der ADMIRAL Bundesliga (wieder) zum Meister gekrönt. Nach einem veritablen Fehlstart waren dazu einige Wunder notwendig – und Didi Kühbauer

„Es ist ganz klar ein Wunder“, konnte es sich Kapitän Sascha Horvath auf dem Weg zur Meisterfeier noch immer nicht erklären, wie der LASK nach so einem kapitalem Fehlstart noch Meister geworden ist. Vielleicht, weil gleich sieben Wunder notwendig waren

1) Kein österreichischer Klub hat länger auf seinen zweiten Meistertitel gewartet

„65 war’n ma Meister, und des is vü z’lang her!“, gehörte bis zum Sonntag ins fixe Lieder-Repertoire der LASK-Fans. Sobald die Feierlichkeiten beendet sind, müssen sie den Text umändern, denn die Meistertrophäe (1965 gab es noch gar keinen "Teller") ist nach ewigen 61 Jahren wieder bei den Schwarzweißen in Linz. 

Bisher war es der Wiener Sport-Club, der zwischen 1922 und 1958 die längste Pause zwischen erstem und zweiten Meistertitel eingelegt hatte. Auf eine zweite so lange Durststrecke wollen sich die Linzer nicht einlassen. „Zum Glück war ich heute schon dabei, das würde ich sonst nicht mehr miterleben“, scherzte Didi Kühbauer nach dem Gewinn seines ersten Meistertitels als Trainer. Und legte auf Burgenländerisch nach: „Normal hob i immer die Suppenschüssl aufigsteßn, jetzt hab ich wenigstens den Meisterteller." 

Kühbauer LASK Meister

2) Kein Klub, der nach 9 Runden Elfter war, ist am Ende noch Meister geworden

Der LASK war Vorletzter und hatte drei Punkte Rückstand auf den nunmehrigen Absteiger Blau-Weiß Linz, als Didi Kühbauer im vergangenen Oktober auf den Trainersessel des ASK zurückkehrte. „Es darf keiner meinen, dass ich ein Zauberer bin. Ich bin ein Fußballtrainer, der es in all den Jahren oftmals geschafft hat, gute Resultate zu erzielen“, gab er sich damals diplomatisch bis vorsichtig optimistisch. Erst nach dem Titelgewinn sprach er Klartext: "Nach der ersten Woche habe ich mir gedacht, die haben eine Leder-Allergie, so verunsichert waren sie.“

Trotzdem gewann der LASK die nächsten Spiele und Kühbauer legte einen neuen Siegesserienrekord (bei Amtsantritt während der Saison) hin.

3) Die Renaissance des Sascha Horvath

Sascha Horvath LASK Meisterfeier

Sascha Horvath kann sich noch gut an den Herbst 2020 erinnern, „als ich in Deutschland gesessen bin und keinen Bock mehr auf Fußball hatte“. Mit Dynamo Dresden war das einstige Super-Talent in die 3. Liga abgestiegen - und musste sich selbst da mit Teilzeit-Einsätzen begnügen. In Hartberg hat er wieder Fuß gefasst, jetzt ist er Didi Kühbauers verlängerter Arm auf dem Platz, ein Kurbler und Antreiber im Mittelfeld, der sich auch als Edeltechniker für keinen Extra-Meter zu schade ist. „Jetzt hat er verstanden, wie gut er sein kann, er hat eine unglaubliche Saison gespielt“, ist Trainer Kühbauer von seinem Meister-Kapitän begeistert.

4) Das Comeback des Sasa Kalajdzic

LASK Meister Kalajdzic

Drei Saisonen lang war Sasa Kalajdzic von einer Verletzung nach der anderen verfolgt worden, noch in der Herbstsaison konnte er in seinen meist kurzen Einsätzen keinen einzigen Scorerpunkt verbuchen. Aber Didi Kühbauer hatte ein Rezept - das dem Teamstürmer anfangs nicht recht geschmeckt hat. „Es war schwierig, ihm zu verstehen zu geben, dass er Fitness braucht, aber er ist ein cleverer Kerl und hat verstanden, dass Fitness alles ist.“ Nach fünf Toren und fünf Assists in der Meistergruppe, die wichtige Bausteine auf dem Weg zum Titel waren, weiß der WM-Starter: "Ich brauche jemanden, der mich ein bisschen in den Arsch tritt, er ist bis jetzt vielleicht der beste Trainer, den ich hatte.“

5) Die Wandlung des Moses Usor

Usor LASK Meister

Als Moses Usor in die Saison ging, hatte er 54 Spiele in der ADMIRAL Bundesliga hinter sich, in denen er vier Tore erzielte. Die Meistersaison beendete der Nigerianer mit 13 Toren - und wer weiß, ob er nicht auch noch die 15-Tore-Marke von Otar Kiteishvili erreicht hätte, wenn er sich nicht in der vorletzten Runde einen Meniskuseinriss zugezogen hätte. Wie ist aus dem bei den Fans als Chancentod verrufener Flügel ein Torjäger geworden? Didi Kühbauer hat ihm eine variable Offensivrolle auf den Leib geschneidert, die es ihm erlaubte, im Laufe eines Spieles so ziemlich alle Offensivpositionen einzunehmen und seine Schnelligkeit und Dribbelstärke noch besser zur Geltung zu bringen.

6) Die Torerweckung des Samuel Adeniran

Der US-Amerikaner war der erste, der vom Meistertitel geredet hat. "Wir sollten in den Top 3 sein - ich glaube sogar, dass wir Meister werden können“, sagte „Big Sam" im November. Da hatte der LASK noch alle Hände voll zu tun, um überhaupt in die Top 6 vorzudringen. Im März war er sich schon ziemlich sicher: "Ich glaube, dass wir etwas ganz Besonderes schaffen können.“ Sein neues Selbstbewusstsein kam nicht von ungefähr. „Der Trainer glaubt an uns als Team und als Spieler, hat uns Selbstvertrauen gegeben, auf den Platz zu gehen, einfach Fußball zu spielen und Spaß daran zu haben.“ So wurde aus dem Teilzeitstürmer, dem in seinem ersten Bundesliga-Halbjahr ein einziges Tor gelungen war, ein verlässlicher Torschütze. Neben seinen zehn Bundesliga-Toren hat er die Linzer mit einem Doppelpack auch noch zum Cupsieg geschossen. 

7) Die Leistungsexplosion des Melayro Bogarde

Die größte Entwicklung unter Didi Kühbauer hat vielleicht Melayro Bogarde hinter sich. „Wenn ich an den Spieler denke, den ich noch als Gegner kennengelernt habe, dürfte jetzt der Zwillingsbruder bei uns sein“, konnte der LASK-Trainer die Veränderung selbst kaum glauben. Dem Niederländer, dessen Onkel Winston mit Ajax Amsterdam in Wien die Champions League gewonnen hat, war zwar von Anfang an sein fußballerisches Talent anzusehen, wie er es am besten in die Mannschaft einbringen kann, verstand aber erst Didi Kühbauer, der ihn zum spielstarken Sechser machte - und zum WM-Teilnehmer. Nach seinem Verbandswechsel spielt „Mela“ bei der WM für Suriname - und Onkel Winston, der dort Co-Trainer ist.

Text: Horst Hötsch; Fotos: GEPA pictures