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02. Juni 2026

Alexander Schlager nationalteam ÖFB

Die glorreichen 8 aus der Bundesliga

Acht Spieler, die in der abgelaufenen Saison in der ADMIRAL Bundesliga unter Vertrag standen, haben den Sprung zur Weltmeisterschaft nach Kanada, Mexiko und den USA geschafft. Drei wurden von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick in den österreichischen Kader einberufen, fünf weitere schnüren für Teams zwischen Panama und Australien ihre Fußballschuhe. Wir haben den Überblick.

Andres Andrade (LASK, Panama)

Was für ein Jahr für den 27-Jährigen! In der Vorsaison noch von einem Kreuzbandriss ausgebremst, führte der Innenverteidiger den LASK 2026 zum Double. Und schaffte selbst den Sprung in den WM-Kader von Panama, das zum zweiten Mal nach 2018 in Russland (damals Letzter mit null Punkten) bei einer Endrunde dabei ist. Beim 2:6 im Testspiel gegen Brasilien am vergangenen Sonntag stand Andrade 66 Minuten am Feld und gilt als Startelf-Kandidat für den dänischen Trainer Thomas Christiansen. Als Ausblick auf die Gruppenspiele gegen England, Kroatien und Ghana sagte Andrade dem ballesterer: „Die Mannschaft ist reifer als beim letzten Mal. Unsere Mentalität hat sich verändert, wir sind konkurrenzfähiger.“

Andrade LASK

Alexander Schlager (Red Bull Salzburg, Österreich)

Der einzige Tormann aus der Liga, der den Sprung zur Endrunde geschafft hat. Dabei hat Teamchef Ralf Rangnick im Rahmen des 1:0-Sieges über Tunesien durchblicken lassen, dass Schlager auch die Nummer 1 im österreichischen Kasten sein wird. Kein Wunder: In der Qualifikation stand er in fünf von acht Spielen im ÖFB-Tor, zweimal stoppte ihn eine Verletzung. Es wäre ein Meilenstein in der Karriere des 30-Jährigen, der die EURO vor zwei Jahren in Deutschland noch wegen einer Knieverletzung sausen lassen musste. Bis auf eine Ausnahme (Hüftverletzung gegen Ried) stand Schlager bei jedem Salzburger Liga-Spiel am Tor, achtmal davon sogar als Kapitän.

Jacob Italiano (GAK, Australien)

Sein Saison-Highlight erlebte der „Aussie“, der 2024 über Borussia Mönchengladbach den Weg von Down Under zum GAK fand, im Qualifikationsrunden-Spiel gegen die WSG Tirol, als ihm beim 5:1-Erfolg ein Triplepack gelang. Dabei hatte der Außenbahnspieler in der abgelaufenen Spielzeit durchaus mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, vor allem eine langwierige Wadenverletzung machte ihm zu schaffen. Bisher absolvierte der 24-Jährige vier Länderspiele für die Socceroos, sein Debüt gab er im Oktober vergangenen Jahres beim 1:0-Sieg in Kanada. „Zur WM zu fahren, wäre ein absoluter Traum für mich“, sagte Italiano im Saison-Endspurt, der mit dem Last-Minute-Klassenerhalt belohnt wurde – ein Traum, der jetzt in Erfüllung ging.

Alessandro Schöpf (WAC, Österreich)

Der Mittelfeldmotor des WAC war eine der Überraschungen, die im WM-Kader von Teamchef Ralf Rangnick auftauchten. Was nicht heißt, dass sich der 32-Jährige, der schon bei den Europameisterschaften 2016 und 2021 für Österreich dabei war, die Nominierung nicht verdient hätte. Fünf Tore und ebenso viele Assists steuerte er zum Klassenerhalt der Kärntner bei, der lange auf der Kippe stand. „Wenn ein Anruf von Ralf Rangnick käme, wäre das natürlich ein Traum, keine Frage“, sagte Schöpf vor zehn Monaten zu bundesliga.at. „Wenn sich die Möglichkeit, bei der WM 2026 dabei zu sein, ergeben sollte, würde ich alles dafür tun, die auch zu nutzen.“ Hat er geschafft!

Kerim Alajbegovic (Red Bull Salzburg, Bosnien-Herzegowina)

Alajbegovic und Seidl Zweikampf

Dieser Mann prägte das Salzburger Spiel auf spektakuläre Art und Weise. Die meisten Tore, die meisten Schüsse, die meisten Flanken, die meisten Dribblings – fast logisch, dass der erst 18-jährige Offensivgeist auch am öftesten gefoult wurde. Nach der WM wird der Bosnier allerdings nicht nach Salzburg zurückkehren, sondern nach Leverkusen reisen. Von dort wurde er vor der Saison von den Salzburgern verpflichtet, es gab aber eine Rückkauf-Option, die bereits im März aktiviert wurde. „In Salzburg ist Kerim trotz seiner Jugend schon zu einem absoluten Leistungsträger geworden und hat auch auf internationaler Ebene in der Champions-League-Qualifikation und in den Spielen der UEFA Europa League Topleistungen abgeliefert“, lobt Bayer-04-Geschäftsführer Simon Rolfes.

Sasa Kalajdzic (LASK, Österreich)

Dieses Geschäft hat sich ohne Zweifel ausgezahlt. Vor der Saison verpflichtete der LASK den baumlangen Stürmer auf Leihbasis von den Wolverhampton Wanderers. Zunächst brauchte der 28-Jährige etwas Zeit, um sich zu akklimatisieren, doch nach dem Jahreswechsel schlug der Stürmer gnadenlos zu. Sechs Tore und sieben Assists steuerte er zum sensationellen Meistertitel bei, seine körperliche Wucht war von den Verteidigern nicht zu bändigen. Dementsprechend will auch Ralf Rangnick nicht auf den Mann verzichten, der nach seiner Einwechselung gegen Tunesien für mächtig viel Unruhe in der gegnerischen Abwehr gesorgt hat. Der LASK ist somit neben Salzburg der einzige Bundesliga-Klub mit zwei WM-Fahrern.

Tae-seok Lee (Austria Wien, Südkorea)

Während Landsmann und Austria-Kumpel Kang-hee Lee bei der Nominierung leer ausging, wurde Tae-seok Lee in den endgültigen Kader der südkoreanischen WM-Auswahl berufen. Was im asiatischen Land besondere Reaktionen auslöste, denn es ist zum zweiten Mal der Fall, dass der Sohn eines früheren WM-Teilnehmers für eine Endrunde nominiert wurde. Vormals schaffte das nur Cha Du-ri, der Sohn des legendären Cha Bum-kun. Vor der Saison kam Tae-seok Lee von den Pohang Steelers zu den Violetten und erzielte auf der Außenverteidiger-Position in seiner Premieren-Saison in Europa drei Tore und steuerte weitere fünf Assists bei. Für die südkoreanische Auswahl kam der 23-Jährige 14-mal zum Einsatz, zuletzt bei der 0:1-Niederlage in Wien gegen Österreich.

Arjan Malic (SK Puntigamer Sturm Graz, Bosnien)

Der 20-jährige der in Ried ausgebildet und mit Sturm Graz letztes Jahr Meister wurde, konnte Last-Minute auf den WM-Zug aufspringen.
Der bosnische Außenverteidiger hatte nicht unbedingt ein leichtes Frühjahr hinter sich, war unter anderem zweimal verletzt, wurde jedoch nachnominiert. Er ersetzt vorerst den nicht fitten Ex-Austria Torjäger Tabakovic.

Text: Markus Geisler; Fotos: GEPA pictures