Zur Navigation springenZur Suche springenZum Hauptinhalt springenZum Footer springen

21. Okt. 2026

Dominik Weixelbraun Lustenau Jubel

Dominik Weixelbraun: "Linker Verteidiger? Das kommt hoffentlich nicht mehr infrage“

Dominik Weixelbraun hat mit sechs Toren aufhorchen lassen und zwischendurch sogar die Torschützenliste der ADMIRAL Bundesliga angeführt. Warum es für ihn in Lustenau so gut läuft, wie seine Rapid-Saison war und weshalb er nicht mehr Linksverteidiger spielen muss, verrät der Rapid-Leihspieler vor dem Gastspiel der Vorarlberger in Hütteldorf im Gespräch mit bundesliga.at.   

Dominik, wie hat es sich angefühlt, eine Woche lang an der Spitze der Torschützenliste der ADMIRAL Bundesliga zu stehen?

Das war schon schön anzuschauen, aber halt wirklich nur eine Momentaufnahme nach wenigen Runden. Wie es am Ende ausschauen wird, ist eine andere Sache. Aber ich will natürlich in den kommenden Runden bestätigen, dass meine Tore kein Zufall waren. 

Dominik Weixelbraun Jubel Lustenau

War es eine ganz neue Erfahrung für dich oder warst du es aus dem Nachwuchsbereich, wo du auch Mittelstürmer gespielt hast, ohnehin gewöhnt?

In der Jugend ist es schon vorgekommen, dass ich vorne war, aber als Profi in der höchsten Liga, das ist schon etwas ganz Besonderes. Es macht auch stolz, weil es zeigt, dass sich die harte Arbeit der letzten Jahre ausgezahlt hat.  

In der 2. Liga waren neun Tore deine Saisonbestleistung, jetzt hältst du – noch dazu als Rechtsaußen – nach neun Runden schon bei sechs Toren. Wie hast du dich so schnell in Lustenau eingefunden?

Wir haben in den Spielen, in denen wir gepunktet haben, einfach als Mannschaft gut funktioniert. Im Endeffekt ist es egal, wer die Tore schießt, aber natürlich freue ich mich, dass ich der Mannschaft gleich helfen konnte. Ich fühle mich als Flügel und in der Mitte wohl, offensiv bin ich sehr flexibel und variabel. Ich glaube, das ist auch gut für mein Profil, dass ich nicht nur eine Position spielen kann. 

Du warst in der Saison 2021/22 Topscorer bei den LASK Amateuren. Von der damaligen Mannschaft ist Jungwirth heute Meister und Nakamura WM-Teilnehmer. Warum bist du am Ende der Saison weg aus Linz?

Dominik Weixelbraun bei LASK Amateuren (OÖ Juniors)

Als die LASK Amateure freiwillig in die Regionalliga zurückgegangen sind, wäre die ADMIRAL Bundesliga noch zu früh für mich gekommen. Mit den Profis trainieren und in der Regionalliga spielen, wollte ich auch nicht, deshalb haben wir wieder einen Klub in der 2. Liga gesucht. Amstetten hat dann perfekt gepasst, weil ich da nebenher auch gleich meinen Dienst beim Bundesheer ableisten konnte. Aber ich gönnte es jedem meiner Mitspieler, dass er es geschafft hat. Es gibt einem noch mehr Push, es auch selbst zu schaffen. In den ersten ein, zwei Monaten bin ich in der Kabine noch neben Keito Nakamura gesessen. Wir haben uns immer gut verstanden und haben auch immer noch Kontakt. Im Vorjahr hat er mich in Wien besucht. Ich freue mich auch immer, wenn ich ehemalige Mitspieler als Gegenspieler wieder treffe.

Dann wirst du am Samstag in Hütteldorf ja eine große Freude haben!

Auf jeden Fall! Das gemeinsame Jahr hat schon zusammengeschweißt. Aber mein Fokus liegt zuerst einmal auf dem Platz, sich mit den Freunden auszutauschen, ist nach dem Spiel genug Zeit. 

Wie blickst du auf dein Rapid-Jahr zurück? Du warst ja eigentlich für Rapid II vorgesehen und bist unter Peter Stöger zu überraschend vielen Profi-Einsätzen gekommen.

Das ist wirklich schnell gegangen. Es haben auch Verletzungen, Zufall und Glück mitgespielt, dass ich in die erste Mannschaft gekommen bin. Vom ersten Training, zum Trainingslager, dann mit aufs Mannschaftsfoto und in den Kader für die Conference League – die ersten Wochen waren fast unrealistisch, aber schön und lehrreich. Vor allem von den Mitspielern, die schon viel erlebt haben, konnte ich viel mitnehmen. Ich bin sehr dankbar für die Zeit und das Vertrauen, das mir Peter Stöger gegeben hat. 

Highlight war das Europacup-Tor gegen Decic Tuzi?

Dominik Weixelbraun Jubel SK Rapid

Ja, sicher. Noch dazu daheim, direkt vor den eigenen Fans. Das muss man selbst erlebt haben, um das nachempfinden zu können. Das ist auf jeden Fall ein Moment, den ich nie vergessen werde.

Dein bisher einziges Spiel gegen die Rapid-Profis endete mit Amstetten im Cup 1:5, gegen Rapid II konntest du in sechs Zweitliga-Spielen auch keinen Sieg feiern. Hast du in der Jugendliga einmal gegen die Grün-Weißen gewonnen?

Dominik Weixelbraun mit Amstetten gegen Rapid II

Irgendwann sicher, aber das ist mit dem Profibereich nicht zu vergleichen, genauso wenig wie die 2. Liga mit der Bundesliga vergleichbar ist. Wir wissen, das wird am Samstag ein richtig schweres Spiel. Die Rapidler zeigen bisher konstant, was sie können, da können wir als kleines Lustenau nur überraschen. Aber jeder von uns freut sich auf die Stimmung und die lautesten Fans der Liga. Und ich natürlich umso mehr.

Dein erster Blick auf die Tabelle gilt aktuell sicher Lustenau, der zweite Rapid?

Klar verfolgt man die Ergebnisse. Und so weit schauen muss man ja bei Rapid derzeit nicht. Ihre Leistungen sprechen für sich. Aber auch sie wissen, dass sie gegen uns 100 Prozent auf den Platz bringen müssen. Das ist aber eh Woche für Woche so.

Dein Trainer Markus Mader hat unlängst verraten, dass er dir den Sprung ins Nationalteam zutraut. Ist das dein nächstes Ziel?

Davon träumt doch jeder kleine Bub, das ist ein Ziel, das sich jeder Profi setzen muss. Aber es ist nicht so, dass ich das einplane, dafür ist es viel zu weit weg. Ich will mich auf die Bundesliga fokussieren, meine Scorerpunkte machen und damit versuchen, den Teamchef zu überzeugen. Aber da mach’ ich mir wenig Kopf, es kommt, wie es kommen soll.

Würdest du auch als linker Verteidiger, wie du ihn bei deinem einzigen Einsatz unter Johannes Hoff Thorup gespielt hast, zu Rapid zurückkehren?

(lacht) Das kommt nach dieser Saison hoffentlich nicht mehr infrage.

Text: Horst Hötsch; Fotos: GEPA pictures