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16. Dez. 2025

Elias Havel Jubel - TSV Egger Glas Hartberg

Havel & Co.: Die 12 Aufsteiger der Herbstsaison

Kaum ist der letzte Schlusspfiff der Herbstsaison ertönt, hat Bundesliga-Dienstleister Opta schon die Zahlen der 17 Runde parat. Aus den Statistiken und Rankings hat bundesliga.at die Aufsteiger der zwölf Klubs ermittelt. Von Elias Havel bis Viktor Baier.

Elias Havel (TSV Egger Glas Hartberg)

„Es macht absolut Sinn, seinen Weg aufmerksam weiterzuverfolgen“, war auch Teamchef Ralf Rangnick rasch auf den Hartberg-Torjäger aufmerksam geworden und setzte Elias Havel vor den entscheidenden WM-Qualifikationsspielen gegen Zypern und Bosnien erstmals auf die Abrufliste.

Derart beflügelt traf der 22-Jährige von runde 11 bis 14 viermal in Folge (was in Hartberg davor nur Donis Avdijaj gelungen war) und setzte sich mit zehn Toren an die Spitze der Torschützenliste der ADMIRAL Bundesliga. 

In zwei weiteren Kategorien führt der gebürtige Wiener, der beim 1. Simmeringer SC seine ersten Tore schoss, die Rankings an: Seine 52 Schüsse sind ebenso top wie die 28 Geschosse, die auf das Tor gingen. Aber auch das hatte Ralf Rangnick ja schon bemerkt: "Er ist ein Spieler, der durch seine Geschwindigkeit extrem über die Kontersituationen kommt und einen ordentlichen Abschluss hat.“

Kerim Alajbegovic (FC Red Bull Salzburg)

Dass den Salzburgern mit dem Jungstar aus Leverkusen ein besonderer Griff gelungen ist, war schnell klar, als dieser gleich in seinem zweiten Spiel, beim 5:0 gegen den GAK, erstmals seine Visitenkarte bei Torhüter Jakob Meierhofer abgab. Seither ist der Bosnier mit 17 Jahren und 323 Tagen nicht nur der jüngste Saisontorschütze der ADMIRAL Bundesliga, sondern nach Dimitri Oberlin (17 Jahre, 308 Tage) auch Salzburgs zweitjüngster Torschütze in der an Jungstars reichen Bullen-Ära. 

Mit dem Doppelpack beim 2:1-Sieg über den WAC schloss der Teenager die Herbstsaison mit sechs Toren ab. In ganz Europa gibt es nur zwei Spieler, die noch jünger noch öfter getroffen haben - der um einen Tag jüngere Ire Mason Melia (7 Tore für St. Patrick's Athletic) und der 17-jährige Este Marten-Chris Paalberg (12 Tore für Pärnu Vaprus).

Moses Usor (LASK)

Die Rückkehr von Didi Kühbauer hat beim LASK alles verändert. Auch für Moses Usor. Als Rechtsaußen wurde der Nigerianer von den Linzer Fans für seinen Einsatz geschätzt, sein Torabschluss machte ihnen weniger Freude. Seit Kühbauer ihn mit Samuel Adeniran zu einem Sturm-Duo zusammengespannt hat, ist alles anders. Usor traf Im Herbst-Finish erstmals in vier Bundesliga-Spielen in Folge und hat mit sechs Saisontoren bereits um zwei Tore mehr auf dem Konto als in seinen ersten drei BL-Saisonen zusammen. 

Kingstone Mutandwa (SV Oberbank Ried)

Mutandwa Jubel - SV Ried

„King“ nennen sie ihn kurz in Ried. Denn als Königstransfer und Torkönig hat sich der Mittelstürmer aus Sambia von Anfang an präsentiert. Gleich bei seinem Debüt sorgte er mit einem Tor und einem Assist dafür, dass der Aufsteiger RB Salzburg ein 2:2 abknöpfte. In der 15. Runde gab „King" gegen den WAC nicht weniger als Torschüsse ab und stellte damit den Bundesliga-Rekord (seit detaillierter Datenerfassung in der Saison 2013/14) ein, den zuletzt Taxiarchis Fountas im Dezember 2021 erreicht hatte. Belohnt wurde Mutandwa mit dem Goldtor des Spiels. Mit 8 Toren und 2 Assists ist er gemeinsam mit Eggestein der beste Sommer-Neuzugang. Unerreicht sind seine drei Kopfballtore.

Tomi Horvat (SK Puntigamer Sturm Graz)

Kann man bei einem Spieler, der seit dreieinhalb Jahren in der ADMIRAL Bundesliga kickt und mit seinem Verein schon zweimal Meister wurde, noch von einem Aufsteiger sprechen? Bei Tomi Horvat schon! Für entscheidende Tore hat sein rechter Zauberfuß bereits des Öfteren gesorgt, dennoch pendelte der kleine Slowene in Graz meist zwischen Ersatzbank und Startelf. In dieser Saison hat der 26-Jährige einen absoluten Stammplatz - den er mit zwei Toren (im Derby und im Schlager gegen Salzburg) und fünf Assists (nur Dejan Zukic hat um einen mehr) rechtfertigt. Zudem hat keiner für so viele Torschussvorlagen gesorgt (48), wie der kleine Tomi.

Johannes Eggestein (FK Austria Wien)

Seinem Spitznamen Jojo wurde Johannes Eggestein im Herbst gar nicht gerecht. Statt ewigen Auf und Abs ging es für den Austria-Angreifer nach eher mäßigem Beginn stetig nach oben. Fünf Tore und fünf Assists stehen bei dem Deutschen, der auch schon beim LASK Bundesliga-Erfahrung gesammelt hat, nach 17 Runden zu Buche. Diese zehn Scorerpunkte machen ihn (ex aequo) zur besten Sommer-Neuverpflichtung der ADMIRAL Bundesliga.

Nikolas Wurmbrand (SK Rapid)

Selbst Rapids Absturz von der Tabellenführung auf Platz 7 kann die Entwicklung von Niki Wurmbrand nicht überdecken. In seinen 16 Spielen erzielte der 19-Jährige vier Tore, die ihn gemeinsam mit Ercan Kara zum Topscorer der Hütteldorfer machen. In der Vorsaison hatte „Wurmi“ noch 17 Spiele für ein Tor gebraucht. Seinen denkwürdigsten Auftritt hatte die grün-weiße Sprintrakete aber im Nationalteam. Beim 10:0 gegen San Marino brauchte er keine fünf Minuten für seinen Premierentreffer, der ihn zum jüngsten Teamtorschützen seit Toni Polster vor mehr als 40 Jahren machte.

Nikolas Polster (RZ Pellets WAC)

Nikolas Polster WAC

Als Elfmeterkiller im ÖFB-Cup hat Nik Polster schon in der Vorsaison auf sich aufmerksam gemacht und auch bereits Aufnahme in den Teamkader von Ralf Rangnick gefunden. Nach der Herbstsaison bestätigen die Opta-Zahlen die Klasse des WAC-Keepers schwarz auf weiß: Der 23-Jährige machte die meisten Großchancen (16) aller Bundesliga-Torhüter zunichte und war damit mitverantwortlich für, dass die Wolfsberger um 6,1 Tore weniger kassierten als es der xG-Wert hätte erwarten lassen (21 Gegentore statt 27,1). Das ist Liga-Bestwert.

Valentino Müller (WSG Tirol)

Ein talentierter Mittelfeldspieler war Valentino Müller schon immer - sonst wäre er nicht schon als 17-jähriger Altacher in den „Top 60 Talenten“ des „Guardian" aufgetaucht. Aber eines war „Vale" nie - ein Torjäger. Das schaut in dieser Saison plötzlich ganz anders aus: 8 Tore hat der WSG-Kapitän in den 17 Herbst-Partien erzielt. Und auch wenn vier davon Elfmetern entsprangen, ist diese Marke mit Müllers früherer Ausbeute nicht zu vergleichen. Für seine ersten zehn Bundesliga-Tore hatte der 26-Jährige noch 150 Spiele gebraucht.

Patrick Greil (SCR Altach)

Patrick Greil Altach - Jubel

Mit nichts zu vergleichen war auch Patrick Greils Herbstsaison. Vier Tore und sechs Assists waren in der Saison 2021/22 bei Austria Klagenfurt seine Ausbeute, als Rapid auf ihn aufmerksam wurde und ihn nach Hütteldorf holte. Es folgten eineinhalb Saisonen zum Vergessen - und es wurde auch in Sandhausen nicht besser. Als Absteiger aus Deutschlands 3. Liga bekam Greil in Altach noch eine Chance - und nützte sie. Seine sieben Tore sind jetzt schon um zwei mehr als in seinen ersten drei BL-Saisonen zusammen. 

Ramiz Harakate (Grazer AK 1902)

Der Ex-St.-Pöltner, von dem zu Saisonbeginn am meisten erwartet wurde, war ja eigentlich Claudy Mbuyi, der als Zweitliga-Torschützenkönig zu Rapid gewechselt war. Eine Verletzungspause war mitverantwortlich, dass sich der Neo-Rapidler mit drei Bundesliga-Toren begnügen musste. Sein Ex-Kollege Ramiz Harakate war dagegen einer der Schlüsselspieler bei den Grazer Rotjacken, verbuchte vier Tore und drei Assists und ist damit gemeinsam mit Daniel Maderner auf Anhieb Topscorer des GAK.

Viktor Baier (FC Blau-Weiß Linz)

Dass beim Tabellenschlusslicht der Torhüter im Mittelpunkt steht, kann schon mal vorkommen. Viktor Baier war aber der einzige Torhüter, der gleich in acht Spielen mindestens vier Paraden auspacken musste. Kein Wunder, dass er mit insgesamt 54 Paraden der meistgeprüfte Goalie der Saison ist. 

Text: Horst Hötsch; Fotos: GEPA pictures