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23. Okt. 2026

Sturm vs Marseille EUropa League

Junge Sturm-Elf besiegte mit reifer Leistung Marseille

Diakite schoss Grazer zu erstem Sieg in der laufenden Europa League - Celje am 5. November in Graz nächster Gegner.

Neun Ausfälle und ein Traditionsclub aus der Fußball-Großmacht Frankreich als Gegner - die Herausforderung für Sturm Graz hatte es in sich. Mit einer jungen Mannschaft erledigte Österreichs Vizemeister die Aufgabe mit Bravour. Sturm feierte mit einem 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen Olympique Marseille den ersten Sieg in der Europa League und ist nach vier Punkten aus dem schwierigen Startprogramm voll im Aufstiegsrennen für die K.o.-Phase.

"Ein fantastisches Fußballspiel von meiner Mannschaft", resümierte Trainer Fabio Ingolitsch zurecht. Sturm dominierte die erste Halbzeit klar und ließ nach der Führung durch Oumar Diakite (13.) lediglich im Abschluss zu wünschen übrig. "Wir waren griffig, giftig, hatten hohe Ballgewinne und zwei bis drei weitere Momente mit Großchancen, da hätten wir schon effizienter sein können", meinte der Coach. Die mangelnde Effizienz machte sein Team mit einer starken Defensivleistung wett. Die Mannschaft aus Marseille, immerhin auf einen Marktwert von 190 Millionen Euro eingeschätzt, hatte außer einem Stangenschuss Ende der ersten Hälfte offensiv wenig zu bieten.

Erfolg mit junger Truppe

Über 14.000 Fans erlebten in Graz so eine Reifeprüfung einer Mannschaft mit sieben Spielern, die 23 Jahre oder jünger sind. Der jüngste setzte den entscheidenden Akzent. Der 17-jährige Luca Weinhandl erkämpfte sich in einer der vielen guten hohen Pressingsituationen den Ball und schickte mit einem idealen Pass Diakite auf den Weg zum Siegestreffer. "Was die Mannschaft in der momentanen Konstellation leistet, ist unglaublich und gibt Genugtuung", erklärte Ingolitsch, der auf Leistungsträger wie Spielmacher Otar Kiteishvili, Stürmer Seedy Jatta oder Torhüter Daniil Chudjakow verzichten musste.

Wett macht man die hochkarätigen Ausfälle mit "einer klaren Spielphilosophie, da sind Ausfälle eins-zu-eins leichter zu ersetzen", sagte Ingolitsch, der sich nach dem Aufwärmen gegen einen Einsatz des mit muskulären Problemen an der Wade kämpfenden Routiniers Jürgen Heil entschied. In der Pause nahm er auch Diakite aus Belastungsgründen aus dem Spiel - worüber der zuletzt so treffsichere Stürmer wenig erfreut war. Doch bei der Personalsituation und dem dichten Programm will Ingolitsch kein Risiko eingehen.

Hoffen auf drei Punkte gegen Celje

Am Sonntag kommt die SV Ried nach Graz, in zwei Wochen am 5. November NK Celje. Die Slowenen erkämpften sich am Donnerstag zu Hause gegen Red Bull Salzburg nach 0:2-Rückstand ein 2:2. Holt Sturm drei Punkte, wäre man bei Halbzeit mit sieben Punkten auf dem besten Weg in die K.o.-Phase. "Unser Ziel ist es schon, zumindest zehn Punkte zu holen. Wir haben jetzt ein ganz wichtiges Heimspiel gegen Celje", sagte Ingolitsch. "Zu Hause können wir jeden Gegner schlagen", gab er sich zuversichtlich, den nächsten Schritt zu schaffen.

Text: APA; Foto: GEPA pictures