21. Juli 2026
Liga-PK als Appetizer: „Voller Fokus auf den Start!“
Die WM ist Geschichte, der Blick der heimischen Fans richtet sich ab sofort auf den Start der ADMIRAL Bundesliga in knapp zwei Wochen. Traditionell lädt die Liga die Trainer und Kapitäne aller zwölf Teams ein, um über ihre Ziele und Ambitionen zu sprechen. Wir haben die wichtigsten Aussagen der Protagonisten zusammengefasst.
Austria Lustenau
Nach zwei Jahren in der ADMIRAL 2. Liga ist der Klub aus Vorarlberg zurück im Oberhaus. Und denkt gerne daran zurück, als man sich vor vier Jahren als Aufsteiger direkt für das Europacup-Play-off qualifiziert hat. Auch heuer macht die Vorbereitung mit starken Ergebnissen gegen die Schweizer Klubs Aarau (1:0), St. Gallen (1:0) und Young Boys Bern (0:0) Mut. „Man darf Testspiel-Ergebnisse nicht überbewerten, auch wenn die Leistungen positiv stimmen“, sagt Trainer Markus Mader. „Nachdem die Punkteteilung heuer erstmals wegfällt, müssen wir in der Liga von Anfang an da sein und performen, damit wir auch in der nächsten Saison wieder als Bundesligist hier stehen.“
WSG Tirol
Auch wenn die Tiroler in der vergangenen Saison bis zuletzt gegen den Abstieg spielten, will sich Trainer Phlipp Semlic nicht von seinem Weg abbringen lassen. „Ich gehe jetzt in meine dritte Saison mit der WSG“, sagt der 43-Jährige. „Ohne Punkteteilung haben wir im ersten Jahr 30 Zähler geholt, im zweiten 40. Und wir sind so ehrgeizig zu sagen, dass wir uns auch diesbezüglich weiterentwickeln wollen.“ Das gilt allerdings nicht nur sportlich, sondern auch infrastrukturell. Denn die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange, um möglichst zeitnah in die alte Heimstätte nach Wattens zurückzukehren. „Das wird speziell für alle, die es mit der WSG halten“, freut sich Kapitän Lukas Hinterseer.
GAK
Trainer Ferdinand Feldhofer hat ein ganz klares Ziel vor Augen. „Unser voller Fokus liegt auf dem Saisonstart. Wir möchten besser in die Liga kommen als in den beiden letzten Jahren.“ Das wird nötig sein, wartete man vergangene Saison bis zur 12. Runde auf den ersten Sieg, im Jahr davor sogar bis zur 13. Dabei baut man vor allem auf die Heimstärke. „Wir sind vor unseren Fans im gesamten Kalenderjahr 2026 noch ungeschlagen“, erklärt Feldhofer, der erneut einen Umbruch moderieren muss, bei dem ihm unter anderem seine Top-Offensickraft Ramiz Harakate (wechselte zum LASK) abhanden kam. „Wir haben ein gutes Gerüst, sind aber noch lange nicht fertig.“
SCR Altach
Der etabliertere Klub aus Vorarlberg blickt auf eine starke Saison zurück, die ihren Höhepunkt im Cupfinale in Klagenfurt hatte, das gegen den LASK erst nach Verlängerung verloren ging. „Wir haben guten Fußball gespielt, eine tolle Energie und Dynamik entwickelt“, sagt Trainer Ognjen Zaric, der im Winter für den zu Sturm Graz abgewanderten Fabio Ingolitsch übernahm. „Aber das ist für einen kleinen Klub wie Altach nicht alltäglich. Wir müssen im Hier und Jetzt leben, jedes Spiel wird neu und schwierig.“ Für Kapitän Lukas Jäger ist klar, dass man in der Liga besser abschneiden möchte als vergangene Saison, in der man am Ende Neunter wurde. „Aber in erster Linie geht es um den Klassenerhalt, alles andere ist Bonus.“
WAC
Trainer Thomas Silberberger lässt keinen Zweifel daran, dass die Rettungsmission der vergangenen Saison die härteste Aufgabe in seiner 18-jährigen Trainer-Laufbahn war. Dieses Zittern soll in der kommenden Saison unbedingt vermieden werden. „Wir wollen zu unseren alten Werten zurück“, sagt der Trainer. „Letztes Jahr ging es ausschließlich ums Punkten, zweite Bälle, Zweikämpfe, Standards. Davon wollen wir weg, wieder spielstärker auftreten.“ Um das zu erreichen, war ein Umbruch unabdingbar, was umfangreiche Bewegungen auf dem Transfermarkt unabdingbar machte. Vor allem die Anzahl an Leihspielern sollte reduziert werden, aktuell gibt es keinen einzigen mehr im Kader. „Ich bin froh, mit neuer Mannschaft neu durchstarten zu können“, sagt Silberberger.
SV Oberbank Ried
Mit Mario Despotovic sitzt ein neuer und hierzulande weitgehend unbekannter Trainer auf der Bank der Innviertler. Dessen Ansatz beim Aufsteiger des vergangenen Jahres: „Beibehalten, was funktioniert hat und entwickeln, was nicht so gut war.“ Die in der vergangenen Saison etablierte Spielweise soll dabei adaptiert, wenn auch nicht komplett über den Haufen geworfen werden. „Wir möchten mehr spielerische Situationen kreieren, mehr Ballbesitz haben, aber auch den Gegner unter Druck setzen und anpressen.“ Für Kapitän, Routinier und Torwart Andreas Leitner ist klar: „Wir werden unsere alten Waffen, die uns stark gemacht haben, auch weiterhin nutzen.“
TSV Egger Glas Hartberg
„Wenn ich jetzt sage, unser Ziel wäre nicht das Erreichen der Top 6, würde es nicht passen“, sagt Markus Schopp. Und niemand hat wohl ein so gutes Gespür für den steirischen Verein, den der 52-Jährige bereits zum dritten Mal als Trainer übernimmt. Dabei hat er eine Mannschaft vorgefunden, die in der abgelaufenen Saison durchaus erfolgreich unterwegs war. „Ich werde jetzt nicht die Dinge über Bord werfen, bei denen die Mannschaft Sicherheit hatte“, kündigt der Vater von Konstantin Schopp an, den er erstmals auf Profiebene trainieren wird. Eine ungewöhnliche Konstellation. „Er hat seine Qualitäten bereits bewiesen, ich will ihm helfen, den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen.“
Rapid
In Hütteldorf will man aus der Kontinuität Stärke generieren. „Die meisten Spieler sind schon länger mit dabei, es gab keinen großen Umbruch im Sommer“, sagt Kapitän Matthias Seidl. Seit Johannes Hoff Thorup das Traineramt von Peter Stöger übernahm, gehören tägliche Meetings zum Programm für die Rapidler. „Wir sprechen dabei über den letzten und den kommenden Gegner. Der Trainer versucht dabei alles, eine gute Teamchemie herzustellen, damit wir besser abschneiden als in der vergangenen Saison.“ Wohin das am Ende führen soll? Hoff Thorup drückt es so aus: „Mir geht es in erster Linie um Leistung. Wenn wir die verbessern, wird automatisch auch eine gute Platzierung herauskommen.“
Austria Wien
Manfred Fischer hatte bei der Pressekonferenz zum Saisonstart gleich einmal einen lockeren Spruch auf den Lippen. „Wir müssen vergangenes Jahr ja etwas richtig gemacht haben, wenn wir erst nach den Rapidlern auf die Bühne gerufen werden“, sagt der Kapitän mit einem Augenzwinkern. Was trotzdem nicht optimal lief, war der Start in die Saison, da man nach vier Runden erst einen Zähler auf dem Konto hatte. „Ich habe mich genau mit diesem Thema beschäftigt und habe in der Trainingssteuerung etwas verändert, um das in den Griff zu bekommen“, sagt Trainer Stephan Helm. Eine erste echte Standortbestimmung dürfte das Erstrundenspiel im ÖFB Cup werden, das die Veilchen am Sonntag zum Wiener Sportclub und in dessen neues Stadion führt. Helm: „Das ist ein total lässiges Los, auf das wir uns sehr freuen.“
Red Bull Salzburg
Nach drei titellosen Saisonen soll nun der Deutsche Danny Röhl den Erfolg zurück in die Mozartstadt bringen. Der Ex-Trainer der Glasgow Rangers weiß, dass die Ansprüche hier höher sind als anderswo. „Hohe Erwartungen sind auch eine riesige Chance“, sagt der 37-Jährige. „Wir haben viel Qualität dazu bekommen, auch in Sachen Erfahrung. Das ist wichtig, um eine gute Achse auf den Platz zu bekommen.“ Zu der soll ab nächster Woche auch Haris Tabakovic gehören. Der bosnische WM-Teilnehmer, zuletzt bei Borussia Mönchengladbach erfolgreich, kennt die Liga und soll vorne für die nötigen Treffer sorgen.
Sturm Graz
Der entthronte Meister steigt mit der Champions-League-Qualifikation gegen Heart of Midlothian diese Woche ins Geschehen ein und will dabei gleich auf Betriebstemperatur kommen. Mit Platz zwei aus der Vorsaison war Trainer Fabio Ingolitsch, der während der Saison das Amt von Jürgen Säumel übernahm, absolut zufrieden. „Die Lage war turbulent, wir mussten uns erst erfangen. Klar, wenn man so knapp dran ist, will man immer mehr, aber es war in Ordnung.“ Auch in der kommenden Saison wollen die Blackies ihrer erworbenen Identität treu bleiben und für eine gewisse Art des Fußballs stehen. „Es geht darum, aus einer extremen Stabilität heraus Impulse mit dem Ball zu setzen“, sagt Ingolitsch.
LASK
Der Sensations-Doublesieger des Vorjahres weiß, dass es nach den Erfolgen darauf kommt, den Schalter wieder auf null zu stellen. „Diese zwei Titel, die wir geholt haben, hat jeder Spieler sein Leben lang. Aber darauf wartet keiner mehr. Jeder will unsere Jungs schlagen“, weiß Erfolgstrainer Didi Kühbauer. Dessen wohl schwerste Aufgabe: Wie kann man Sasa Kalajdzic, dessen Leihe nach einer Saison beendet ist, ersetzen? „Er war im Frühjahr unser Keyplayer schlechthin, unser Spiel wird sich ohne ihn verändern“, erklärt „Don Didi“, der gleichzeitig die Erwartungen in Sachen Europacup im Zaum halten will. „Natürlich träumen alle von der Champions League, das ist auch okay. Aber niemand darf auf das tägliche Geschäft in der Meisterschaft vergessen.“ Das am Ende in der Titelverteidigung münden soll? „Wenn Ende August alle Kader feststehen, können wir über Ziele reden. Vorher ergibt das keinen großen Sinn.“
Text: Markus Geisler; Fotos: GEPA pictures