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03. Sept. 2026

Fitzz ACtion WAC

Liga-Rückkehrer Fitz: „Bin im Kopf stärker geworden!“

Dominik Fitz ist zurück in der ADMIRAL Bundesliga! Nach einem äußerst komplizierten Jahr in der Major League Soccer (MLS) leiht der RZ Pellets WAC den früheren Assist-König von Austria Wien für eine Saison aus. Zwischen seinem Bundesliga-Debüt gegen den LASK (1:3) und dem Umzug vom Hotel in eine Wolfsberger Wohnung, nimmt sich der 27-Jährige Zeit für ein ausführliches Interview mit bundesliga.at.

Wie hat es sich angefühlt, wieder Bundesliga-Luft zu schnuppern?

Es hat mich total gefreut, dass ich wieder mal gespielt habe. Nach so langer Zeit ohne Spielpraxis war die Vorfreude schon sehr groß. Auch wenn das Ergebnis sicher nicht der gewünschte Einstand war.

Dominik Fitz WAC-Action

Kurios: Zweimal hat der WAC nacheinander in der Anfangsphase einen Platzverweis schlucken müssen…

Ich habe heute noch mit jemandem darüber geredet: Das habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt, weder bei meinem Verein noch bei einem anderen. Aber es gibt für alles ein erstes Mal.

Du bist als gefeierter Liga-Star und Scorer-König vor ziemlich genau einem Jahr von der Austria zu Minnesota United in die MLS gewechselt. Dort kamst du in 12 Monaten nur auf insgesamt 231 Spielminuten ohne Scorerpunkt. Wie schmerzhaft war diese Zeit?

Dominik Fitz Austria-Action

Sie war auf jeden Fall nicht leicht. Vor allem, wenn man dann auch noch so weit weg ist von Daheim. Umso größer ist die Freude zu wissen, jetzt wieder mehr zum Spielen zu kommen. Ich will gar nicht mehr groß zurückblicken. Mein Ziel ist es, beim WAC voll anzugreifen, um danach wieder richtig durchstarten zu können. Entweder mit einem neuen Anlauf in Minnesota, wo ich ja noch zweieinhalb Jahre Vertrag habe, oder woanders.

Spätestens mit dem Trainerwechsel im Winter von Eric Ramsey auf Cameron Knowles hast du in den Planungen keine Rolle mehr gespielt.

Genauso war es. Wir kamen einfach nicht gut miteinander aus, haben auch kaum miteinander kommuniziert. Das ist für einen Spieler nicht einfach, erst recht nicht, wenn man gerade einmal zwei Monate dort ist. Dass es so schnell einen Trainerwechsel geben würde, war auch nicht Teil meiner Planung, muss ich sagen. Aber solche Konstellationen gibt es eben manchmal im Fußball. Ich bin nicht der Erste, der in so einer Situation ist.

Du galtst vor deinem US-Trip als Fan des „American Way of Life“. Konntest du das Leben in St. Paul trotz sportlicher Krise genießen?

Das Sportliche hat sicher Einfluss auf das Leben. Trotzdem habe ich dort Freunde gefunden, mit denen ich viel unternommen habe und heute noch in Kontakt stehe. Ich würde den Schritt sicherlich noch einmal machen, auch wenn es sportlich nicht funktioniert hat. Denn die Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen.

Was nimmst du sportlich aus dieser schwierigen Phase mit?

Wenn man etwas Neues kennenlernt, was noch dazu ganz weit weg vom österreichischen Fußball ist, lernt man auf jeden Fall sportlich etwas daraus. Ich bin sicher im Kopf stärker geworden. Mental nimmt man aus solchen Zeiten wahrscheinlich am meisten mit. Deswegen hat die Zeit etwas Positives, auch wenn es von außen betrachtet vielleicht nicht so wirkt.

WAC-Coach Thomas Silberberger hat verlautbart, dass es „nach mehreren Monaten der Verhandlungen“ gelungen ist, den Leih-Deal abzuschließen. Wann reifte bei dir der Gedanke, nach Österreich zurückzuwollen?

Fitz WAC

Als ich im März, April bemerkt habe, dass ich keine Chance bekomme, habe ich überlegt, im Sommer auf Leihbasis wegzukommen. Der WAC hat sich von Anfang an dabei sehr um mich bemüht. Ich habe vor etwa zwei Monaten mit dem Trainer geredet und von Anfang an gemerkt, dass mich jeder im Verein unbedingt haben will. Das war ein super Gefühl. Der WAC ist ein fixer Bestandteil der Liga, für mich eine sehr attraktive Adresse. Und ich weiß, dass ich hier Spielminuten bekommen kann, was in meiner aktuellen Phase das Wichtigste ist. 

Stefan Schwab meinte an dieser Stelle im Interview, dass bei einer Rückkehr Rapid für ihn der erste Ansprechpartner war. Du bist auf ähnliche Weise mit der Austria verknüpft. War es bei dir auch so?

Ja, natürlich. Die Austria war auch im Gespräch, ich habe aber relativ schnell eine Absage bekommen. Es gab Interesse von mehreren Klubs, aber es muss am Ende eben immer auch alles zusammenpassen. So ein Transfer ist nicht so einfach, wie er von außen ausschaut. Da steckt viel dahinter, alles muss für jeden Sinn ergeben. Das war bei der Austria eben nicht der Fall. Ich bin aber froh, dass ich jetzt beim WAC bin, hier kann ich nochmal etwas Neues in Österreich kennenlernen. Und wenn ich mir die Kader anschaue, ist der WAC sicher nicht schlechter aufgestellt als die Austria, wir können dieses Jahr sicher mehr erreichen.

Dominik Fitz WAC

Hast du trotzdem gleich geschaut, wann es gegen die Austria geht?

Nein, eigentlich nicht, weil ich gleich gesehen habe, dass es das Duell schon in der ersten Runde gab. Wobei ich mich natürlich auf das Spiel freue. Ich hab mich aber auf die kommenden Spiele konzentriert. Jetzt gilt es, im Cup weiterzukommen, dann geht es gegen Rapid. Wir sind gut beraten, von Spiel zu Spiel zu schauen.

War es eine Option, im Ausland zu bleiben und in einer anderen Liga einen Neustart zu versuchen?

Das ist nicht so einfach, wenn man ein Jahr nicht gespielt hat. Es gab schon ein paar Interessenten aus dem Ausland, ich wollte aber wohin, wo ich weiß, dass ich die Chance bekomme, zu meiner alten Stärke zurückzufinden. Da ist der WAC eine super Möglichkeit für mich. 

Du hast in Österreich nicht nur den Ruf, ein genialer Assistgeber zu sein, sondern gehörtest auch zu den laufstärksten Spielern. Wie lange wird es dauern, bis du diese Stärken wieder einbringen kannst?

Das kann ich schwer voraussagen. Ich werde aber alles dafür geben, dass es so schnell wie möglich wieder so ist. Fakt ist: Ich bin relativ fit, das Einzige, was mir fehlt, ist Spielpraxis. Ich habe in Minnesota ja immer trainiert, bin voll im Saft, war nie verletzt. Ich brauche halt Minuten, dass ich wieder zu meiner Ausdauer für die Spiele komme. Training und Match sind ja bekanntlich etwas komplett anderes.

Der WAC hat vergangene Saison lange gegen den Abstieg gespielt und will jetzt wieder neu angreifen. Welche Ziele hast du mit den Kärntnern?

Dominik Fitz WAC-Action

Das Ziel muss lauten, in die Meistergruppe zu kommen. Im Kader steckt viel Qualität, wir müssen nur schauen, dass wir langsam anfangen zu gewinnen. Nur so können wir die Grundlage schaffen, um nach der Winterpause in die Top 6 zu kommen. Ich bin guter Dinge, dass wir das schaffen, weil ich in den bisherigen Trainings gemerkt habe, dass jeder hier ans Limit gehen will. 

Alle reden vom Techniker-Traum-Duo Avdijaj / Fitz – wird es das geben?

Ich denke ja. Donis ist einer, der in den letzten Jahren in Österreich immer konstant Scorerpunkte gesammelt und starke Leistungen abgerufen hat. Seine Qualität ist nicht zu übersehen. Ich freue mich schon darauf, wenn wir zusammenspielen können. Wichtig ist auch: Wir verstehen uns auch außerhalb des Platzes super, das ist eine gute Voraussetzung. Wenn wir Zwei funktionieren, plus unser guter Sturm vorne – dann sollte es eine sehr gute Saison werden!

Text: Markus Geisler; Fotos: GEPA pictures