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30. Juli 2026

Marc Janko Experte

Marc Jankos Top-5-Transfers: „Tabakovic kann der ersehnte Goalgetter werden!“

Wenn am Freitag die ADMIRAL Bundesliga mit dem Auftakt von Meister LASK gegen den GAK (19.30 Uhr) in die Saison startet, werden die Neuzugänge der Klubs mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Auch wenn das Transferfenster noch bis zum 7. September geöffnet ist, haben sich die zwölf Vereine schon mit prominenten Profis verstärkt. Wir baten den Sky-Experten Marc Janko, uns seine Top 5 der bisherigen Transfers zu nennen – klar, dass der ehemalige Klasse-Stürmer die Angreifer besonders auf seiner Watchlist stehen hat.

Haris Tabakovic (TSG Hoffenheim -> Red Bull Salzburg)

In der Saison 2008/09 wurde Janko selbst mit 39 Treffern Schützenkönig der Liga. Ein Wert, von dem die letzten Sieger weit entfernt waren. „Ich würde mich freuen, wenn wieder ein richtiger Goalgetter in Österreich aufläuft – Haris Tabakovic könnte genau diesen Part erfüllen“, sagt der 43-Jährige. „Er hat seine Qualitäten zuletzt in Deutschland gezeigt und hat den Vorteil, dass er nach seinen Stationen in Lustenau und bei Austria Wien die heimische Liga sehr gut kennt.“

In der vergangenen Saison war Tabakovic von Hoffenheim an Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, wo er die Mammutaufgabe hatte, den verletzten Nationalstürmer Tim Kleindienst zu ersetzen – was ihm mit 13 Toren und einer beeindruckenden Mentalität eindrucksvoll gelang. „Für ihn wird der Schritt nach Österreich keine Umstellung sein, er kann auf Anhieb funktionieren“, sagt Janko über den bosnischen WM-Teilnehmer, der in den USA wegen einer Verletzung allerdings nur zu einem Kurzeinsatz kam. 

Haris Tabakovic Gladbach

Abubakr Barry (Austria Wien -> Red Bull Salzburg)

Auch Jankos zweiter Top-Transfer wurde von Red Bull Salzburg getätigt, wo man insgesamt einen veritablen Umbruch inklusive Trainerwechsel vollzog. „Barry vom Liga-Konkurrenten Austria Wien zu holen, war ein richtig cleverer Move“, findet Janko. „Er bringt extrem viel Dynamik ins Spiel, hat eine gute Körpergröße, ein fantastischer Mittelfeld-Spieler.“ Der noch dazu mit 26 Jahren in einem Alter ist, in dem er auch noch einen guten Wiederverkaufswert erlösen kann, wenn er seine starke Form aus der Vorsaison auch in der Mozartstadt abrufen kann.

Janko erinnert sich an eine Szene, die wohl auch die Salzburger Verantwortlichen im Kopf hatten, als sie den Transfer tätigten. „Als die Austria im Februar 2:0 in Salzburg gewonnen hat, ist er durch die Abwehr gegangen und hat den Ball ins Kreuzeck geschweißt – das war Extraklasse!“ Nun hofft der neue Trainer Danny Röhl, solche Aktionen des Gambianers im rot-weißen Bullen-Trikot zu sehen.

Tonni Adamsen (Silkeborg IF -> Rapid Wien)

Tonni Adamsen SK Rapid

„Bei Stürmern schaue ich natürlich immer besonders genau hin“, sagt Janko mit einem Augenzwinkern. „Seit dem Karriereende von Guido Burgstaller sucht man bei Rapid einen klassischen Stoßstürmer, der im Strafraum für Unruhe sorgt – genau das könnte Tonni Adamsen sein. Der Trainer weiß genau über seine Qualitäten Bescheid, er ist mit 31 Jahren in einem Alter, in dem er die Routine hat, sich schnell in der österreichischen Liga zurecht zu finden.“

Der Auftakt verlief dabei sehr vielversprechend, beim 3:0-Cup-Erfolg gegen den Regionalligisten Wienerberg gelangen ihm zwei Tore und ein Assist. Dass er noch dazu ablösefrei nach Hütteldorf kam, macht ihn für Janko zu einem insgesamt spannenden Gesamtpaket für die Grün-Weißen. 

Kevin Boma (Estoril -> Red Bull Salzburg)

„Wenn er sich rasch in die Mannschaft einfindet und sich gut entwickelt, kann er eine ganz heiße Aktie werden, die sportlich wie finanziell total interessant ist“, sagt Janko über den 23-jährigen Franzosen, der aus der portugiesischen Liga nach Österreich kam. „Er ist ein sehr guter Innenverteidiger, der körperlich etwas darstellt und genau für die Stabilität sorgen kann, die man in Salzburg schon länger sucht.“

Dass man bei seinem Ex-Klub einen größeren Umbruch angestrebt hat, hält der frühere Nationalspieler für den richtigen Weg. „Es musste radikaler werden, um wieder auf den Erfolgsweg zurückzukehren, dafür lag zuletzt einfach zu viel im Argen.“ Aber: So ein Umbruch braucht auch seine Zeit und eine gute Moderation. Und hier kommt Danny Röhl ins Spiel: „Was ich von ihm verfolgt habe, wird er das trotz seines noch jungen Alters hinbekommen. Die Kunst ist, jedem das Gefühl zu geben, wichtig zu sein.“ 

Simon Seidl / Nelson Weiper (BW Linz / Mainz 05 -> Sturm Graz)

Simon Seidl Sturm Jubel Tor

Bei seinem fünften Transfer, den Janko nennt, hat er sich für eine Doppellösung entschieden. Denn Simon Seidl und Nelson Weiper könnten zu einer Achse werden, die Sturm Graz wieder zu einem großen Kandidaten auf den Meistertitel macht. „Seidl ist mir bei Blau-Weiß Linz in den letzten Jahren sehr positiv aufgefallen“, sagt Janko. „Er hat bei einem Underdog gespielt, der oft mit langen und hohen Bällen agiert hat, und er hat dem Spiel trotzdem seinen Stempel aufgedrückt.“ Für ihn sei der Wechsel zu Sturm ein super Schritt.

Das soll auch für Nelson Weiper gelten, der sich nach einer herausragenden U20-EM im Sommer 2025 bei Mainz nicht wie gewünscht durchsetzen konnte und jetzt auf Leihbasis in die Steiermark kommt. „Er weiß, wo das Tor steht – so jemand ist den Grazern zuletzt abgegangen wie ein Bissen Brot“, sagt Janko über den 21-Jährigen, der immerhin bereits 71 Bundesliga-Spiele in Deutschland (sieben Tore) auf dem Buckel hat. „Er könnte der Knotenlöser im Grazer Angriff sein.“

Text: Markus Geisler; Fotos: GEPA pictures