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24. Apr. 2026

Heimo Pfeifenberger Trainer

Pfeifenberger: „Für Kühbauer spielst du gerne, weil er dich besser macht"

Salzburg-Legende Heimo Pfeifenberger spielte auch für Rapid und war Trainer beim WAC. Für bundesliga.at nimmt der nunmehrige Trainer des USC Eugendorf seine Ex-Klubs im Titel- und Abstiegskampf unter die Lupe. Außerdem verrät er, warum er gerne Spieler unter seinem Ex-Teamkollegen Didi Kühbauer gewesen wäre.

Heimo, war der FC Red Bull Salzburg nach den zwei Remis zwischen Sturm und LASK der große Gewinner der Doppelrunde?

Auf alle Fälle, von den beiden konnte keiner wegziehen, Salzburg hat mit zwei Siegen Punkte gut gemacht und ist jetzt wieder mittendrin im Geschehen. Die Doppelrunde ist eindeutig an Salzburg gegangen.

Am Sonntag trifft Salzburg auswärts auf Rapid. Gibt es einen Favorit?

rapid vs salzburg

Rapid gegen Red Bull Salzburg sind immer heiße Duelle mit großen Emotionen, zuletzt waren sie immer eng. Und obwohl auch Rapids Saison durchwachsen ist, haben sie die letzten beide Duelle gewonnen. Entscheidend wird sein, wie die Fans die Rapid-Mannschaft nach dem Rückschlag tragen. Die sind schon ein Faktor, wobei sie auch einen großen Druck ausüben können. Es ist eine Schnittpartie, da kommt es nicht nur auf die fußballerische Qualität an, sondern noch mehr auf die Mentalität. Und da bin ich mir nicht sicher, ob die bei allen passt. 

Schauen wir auf einen weiteren deiner Ex-Vereine. Wie siehst du die Situation beim WAC, bei dem du von 2015 bis 2018 Trainer warst?

Das ist unglaublich, vor einem Jahr waren sie Cupsieger und wären fast Meister geworden, aber jetzt ist richtig Sand im Getriebe. Sie haben den Abgang von Didi (Kühbauer; Anm.) nicht wegstecken können und sind richtig eingebrochen. Und wenn man einmal drin ist im Abwärtsstrudel, ist es sehr schwer, da wieder rauszukommen. Mit dem Silbi (Thomas Silberbeger; Anm.) haben sie jetzt zwar einen Trainer, der weiß, worauf es da unten ankommt, trotzdem ist die Gefahr groß, dass diese Saison mit dem Super-GAU endet.

Hast du so eine Situation schon einmal erlebt?

pfeifenberger mit riegler WAC

Als Trainer schon. Eh beim WAC. Da haben wir fünf Spiele in Serie nichts gewonnen und obwohl wir noch zehn Punkte vom Abstieg entfernt waren, haben sie die Reißleine gezogen. Man merkt in solchen Situationen einfach, dass du als Trainer die Mannschaft nicht mehr so erreichst, wie es notwendig ist. Dann ist der Verein fast gezwungen, zu handeln. Auch für Wolfsberg wird das Match gegen den GAK zur absoluten Schnittpartie. Die müssen sie gewinnen, egal wie. Dann ist der GAK auch wieder drin in der Verlosung. Das kann aber auch noch anderen Mannschaften passieren, weil sich ja auch da unten wirklich jede Runde etwas ändert. 

Ist Blau-Weiß Linz aus dem Gröbsten heraußen?

Ich glaube, es hat keiner mehr damit gerechnet, dass Blau-Weiß Linz das noch aufholt. Die Linzer haben aber von Anfang an gewusst, dass jedes Spiel für sie ein Endspiel wird. In ihrem kleinen, engen Stadion ist mit den Fans eine richtig coole Energie entstanden. Mit jedem Sieg haben sie mehr Aufwind bekommen und jetzt sind sie im Flow. Das hat der WAC vielleicht unterschätzt, das war man in Wolfsberg seit zehn Jahren nicht mehr gewohnt, dass man da hinten drin steht. Und mittendrin den Schalter umzulegen, ist schwierig. 

Du hast vorhin den Namen deines Ex-Teamkollegen Didi Kühbauer genannt. Hättest du ihn gerne als Trainer gehabt?

Selbstverständlich, weil er einer ist, der unbedingt gewinnen will, nie locker lässt und das auch seinen Spielern vermitteln kann. Für so einen Trainer spielst du gerne, weil er dich besser macht und weil du mit ihm etwas erreichen kannst. Der Didi ist ein G'rader, der leiert nicht herum, aber es gibt kaum einen Spieler, der mit ihm gearbeitet hat, der etwas Schlechtes über ihn sagt. Klar wird es Unzufriedene geben, die von ihm aussortiert worden sind. Aber zu seinen Spielern hat er einen guten Draht, das zeichnet ihn aus. Und mit dem LASK ist er voll dabei, obwohl es in den beiden Spielen gegen Sturm eher unglücklich für ihn gelaufen ist.

Du warst mit ihm bei der WM 1998. Wie blickst du heute auf sie zurück und was traust du eurer Nachfolge-Generation zu?

Österreichisches Nationalteam WM 1998

Vom Abschneiden waren wir schon enttäuscht, trotzdem steht die WM-Teilnahme für mich in meiner Karriere ganz oben, weil es einfach die höchste Ebene ist, die du als Fußballer erreichen kannst. Für die heutige Generation sind die Erwartungen hoch, aber sie haben bei der EURO schon bewiesen, wozu sie imstande sind. Von daher traue ich ihnen wieder ein gutes Abschneiden zu, obwohl natürlich viele Faktoren mitspielen. Es müssen alle fit und auf dem Punkt da sein und das Glück muss auch auf ihrer Seite sein. 

Du bist seit Sommer Trainer beim USC Eugendorf, wie läuft es aktuell?

Eugendorf ist ein bodenständiger Verein in der Salzburgliga, nach einer guten Serie ist es zuletzt nicht mehr so gut gelaufen, aber mit einem Platz zwischen 5 und 10 können wir durchaus leben.  Für mich ist es ein cooler Ausgleich zu meinem Job bei Ozonos, den ich seit eineinhalb Jahren mache. Niko Kovac und Christian Fürstaller, mein früherer Klubkollege bei Austria Salzburg, sind Miteigentümer der Firma, die sich auf Luftreiniger spezialisiert hat. Ich bin Markenbotschafter, aber ganz ohne Fußball geht es bei mir nicht, ich brauche etwas, wo ich meine Emotionen rauslassen kann. 

Text: Horst Hötsch; Fotos: GEPA pictures