16. Okt. 2026
Sturm Graz trotz 0:3 in Bournemouth nicht unzufrieden
Ingolitsch trauerte vergebener Chance auf 1:1 nach - Standard-Schwäche als Ursache für Niederlage.
Sturm Graz hat mit gemischten Gefühlen die Heimreise aus Bournemouth angetreten. Auf dem Papier stand am Donnerstag eine 0:3-Niederlage in der Fußball-Europa-League gegen den Premier-League-Club, dennoch war Trainer Fabio Ingolitsch bemüht, die positiven Seiten hervorzuheben. "In der zweiten Hälfte war es sehr ordentlich und mutig. Da haben wir viel von dem auf den Platz gebracht, was wir uns vorgestellt haben", bilanzierte der Salzburger im Sky-Interview.
Ingolitsch wies unter anderem auf die 63. Minute hin, als Jürgen Heil und Jacob Hödl beinahe das 1:1 erzielten. "Daraus haben wir kein Kapital schlagen können, und das ist das Einzige, das wir uns vorwerfen können." Ausschlaggebend für die Niederlage sei allerdings nicht die vergebene Topchance gewesen, sondern die Schwäche bei defensiven Standards. "Deswegen konnten wir das Spiel nicht länger offenhalten und haben verloren", erklärte Ingolitsch.
Trotzdem fiel das Fazit zufriedenstellend aus. "Wir haben es dem Gegner sicher nicht einfach gemacht. Bis zum 0:2 hat es richtig gut ausgeschaut", meinte Ingolitsch. Die Entwicklung gehe in die richtige Richtung. "Wir sind eine Mannschaft, die schwer zu schlagen ist und eine richtig coole Einheit geworden ist."
Ingolitsch: Bisherige EL-Ausbeute "okay"
Sturm hält nach dem England-Trip und dem vorangegangenen Heim-0:0 gegen Stade Rennes bei einem Punkt aus den ersten zwei Ligaphasen-Spielen. "In den bisherigen beiden Partien haben wir uns gut und teuer verkauft, da hatten wir denkbar schwierige Gegner, die Ausbeute ist okay. Die Gegner, die wir schlagen müssen, um weiterzukommen, kommen erst", sagte Ingolitsch.
Bereits am kommenden Donnerstag geht es vor eigenem Publikum weiter, mit Olympique Marseille wartet der nächste Hochkaräter. Weitere Chancen auf Erfolgserlebnisse gibt es gegen Celje (5. November/heim), Hoffenheim (26. November/auswärts), Alkmaar (10. Dezember/auswärts), OFI Kreta (21. Jänner 2027/heim) und Dinamo Zagreb (28. Jänner/auswärts). Um die K.o.-Phase zu erreichen, muss man in den Top 24 landen. Sturm ist derzeit 26., noch vor den punktlosen Marseille, Hoffenheim und Celje.
Der Aufstieg sei nach wie vor das klare Ziel, betonte Sturm-Profi Jürgen Heil. "Wir spielen nicht mit, um unter den letzten acht der Tabelle zu sein. Wir wollen weiterkommen."
Vorfreude auf Grazer Derby
Vorerst aber wird der Fokus wieder auf die heimische Bundesliga gelegt. Am Sonntag wartet das Grazer Derby gegen den GAK. "Wir sind jetzt schon voller Motivation für dieses Match", sagte Ingolitsch kurz nach dem Abpfiff in Bournemouth.
Text: APA; Foto: GEPA pictures