18. Okt. 2026
Sturm mit 7. Derbysieg gegen den GAK in Folge
Grazer drehten nach schwerer Goalie-Blessur und 0:1 auf - Diakite traf dreimal, zudem waren Weinhandl, Heil und Gorenc Stankovic erfolgreich - Erste GAK-Niederlage unter Scheiblehner
Sturm bleibt die klare Nummer eins in Graz. Die Truppe von Coach Fabio Ingolitsch setzte sich am Sonntag zum Abschluss der 9. Runde der Fußball-Bundesliga im Derby gegen den GAK im ausverkauften Stadion Graz-Liebenau vor 17.247 Fans nach 0:1-Rückstand noch mit 6:1 durch und behielt zum siebenten Mal in Folge gegen den Rivalen die Oberhand. So richtig zum Feiern zumute war den Heimischen aber aufgrund einer schweren Verletzung von Stammtormann Daniil Chudjakow nicht.
Der 22-jährige Russe erlitt die Blessur am Bein nach etwas mehr als 20 Minuten nach einem unglücklichen Zusammenprall bei einem Abschlagversuch mit Jacob Italiano, der zuvor den Ball gespielt hatte. Die Spieler beider Teams bildeten ein Spalier um den Goalie, der bekam Infusionen und wurde dann abtransportiert. Die Verletzungsmisere der Grazer reißt damit nicht ab. Nach rund siebenminütiger Unterbrechung ging es weiter und statt geschockt zu sein, drehten die Gastgeber richtig auf. Luca Weinhandl (37.) glich die frühe GAK-Führung durch Christopher Cvetko (10.) aus, Jürgen Heil (39.) und Oumar Diakite (41.) fixierten einen Tripleschlag innerhalb von rund drei Minuten.
Diakite mit Saisontoren vier bis sechs
Nach der Pause traf Diakite noch zweimal (49., 51.), der Stürmer hält nun bei sechs Saisontoren. Für den Schlusspunkt sorgte Jon Gorenc Stankovic (75.). Sturm hält nach dem zweiten Ligasieg in Folge als Vierter bei 17 Punkten, sieben Zähler fehlen auf Leader Rapid. Das Selbstvertrauen ist vor dem Europa-League-Duell am Donnerstag mit Olympique Marseille damit ordentlich gewachsen. Der achtplatzierte Stadtrivale kassierte hingegen die zweite herbe Saisonniederlage nach dem 0:8 bei Rapid, nach der Ex-Coach Ferdinand Feldhofer gehen hatte müssen.
Ingolitsch nahm im Vergleich zum 0:3 in der Europa League bei Bournemouth drei Änderungen vor. In der Abwehr bekam Paul Koller gegenüber Petar Petrovic den Vorzug, im Mittelfeld startete Weinhandl anstelle von Jacob Hödl und vorne war Diakite für Belmin Beganovic dabei. Der GAK setzte auf eine unveränderte Formation im Vergleich zur Nullnummer gegen Salzburg und schloss zu Beginn mit einem aggressiven Auftritt nahtlos daran an. Sturm konnte einen weiten Klassen-Einwurf nicht klären, der Ball landete bei Cvetko, der einschoss.
Khudiakov-Verletzung brachte GAK außer Tritt
Ausgerechnet die schwere Verletzung von Chudjakow brachte die Athletiker aus dem Schwung und Sturm spielte sich mit Ammar Helac im Tor im Finish der ersten Hälfte in einen Rausch. Nach Doppelpass mit Valmir Matoshi traf Weinhandl mit der Innenseite genau ins Eck. Danach ließ sich der GAK auskontern. Heil vollendete am langen Eck nach Balbo-Querpass mit dem ersten Kontakt. Dem dritten Treffer gingen Abschlussversuche von Matoshi, Simon Seidl und Gorenc Stankovic voraus, ehe Diakite den Ball nach missglücktem GAK-Klärungsversuch aus kürzester Distanz über die Linie beförderte.
In der Tonart ging es nach Wiederbeginn weiter. Nach einem Seidl-Freistoß köpfelte Diakite ein, kurz darauf war er nach Seidl-Hereingabe via sehenswertem Sprungvolley erfolgreich. Weniger als zwei Minuten lagen zwischen den beiden Treffern. Während Balbo noch eine Topchance ausließ (58.), war es Gorenc Stankovic vorbehalten, nach einem Seidl-Eckball ziemlich unbedrängt einzuköpfeln und für den Schlusspunkt zu sorgen. Für GAK-Trainer Gerald Scheiblehner endete nach fünf Pflichtspielen ohne Niederlage seine ungeschlagene Serie, das 204. Derby wird er in keiner guten Erinnerung behalten.
Text: APA
Foto: GEPA pictures