21. Juli 2026
Sturm nach klarem 4:0 gegen Hearts in CL-Quali vor Aufstieg
Gorenc Stankovic traf früh, Triple-Schlag der Grazer kurz nach Pause - Gegner im Aufstiegsfall Fenerbahce oder Gornik Zabrze.
Sturm Graz hat den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Fußball-Champions-League vor Augen. Österreichs Vizemeister gewann das Drittrunden-Hinspiel gegen sein schottisches Pendant Heart of Midlothian am Dienstagabend vor heimischer Kulisse deutlich 4:0 (1:0). Das Rückspiel in Edinburgh am nächsten Dienstag sollte für die Steirer nur Formsache sein. Im Aufstiegsfall ist schon fix, dass Sturm im Herbst zumindest in der Ligaphase der Europa League vertreten sein wird.
Kapitän Jon Gorenc Stankovic brachte Sturm vor 15.822 Zuschauern in Liebenau schon in der 4. Minute voran. Die Hearts vergaben bis zur Pause ihre Möglichkeiten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sorgten Jeyland Mitchell (50.), Luca Weinhandl (53.) und Jürgen Heil (59.) binnen zehn Minuten für ein klares Resultat. Auf die Elf von Trainer Fabio Ingolitsch würde in der dritten Quali-Runde zur "Königsklasse" der Sieger des Duells von Fenerbahce mit Gornik Zabrze warten. Der Großclub aus Istanbul siegte im Hinspiel gegen die Polen zu Hause 1:0.
Grazer Stärke bei ruhenden Bällen
Das erste Pflichtspiel der neuen Saison startete für Sturm nach Maß. Zwar musste Torhüter Daniil Chudjakow schon nach nicht einmal einer Minute klärend eingreifen, aus ihrer ersten Offensivaktion schlugen die Hausherren aber prompt zu. Mitchell lieferte mit einem weiten Einwurf die Vorlage, Gorenc Stankovic setzte seine Kopfballstärke ein - nach nicht einmal vier Minuten jubelten die Grazer Fans erstmals.
Der aufgrund von anhaltenden Wadenproblemen vorerst auf der Bank gesessene Otar Kteishvili sah, wie Sturm aus einer weiteren Standardsituation fast nachgelegt hätte. Seedy Jatta traf in der 10. Minute nach einem Eckball von Simon Seidl aus kurzer Distanz die Stange. Seidl war einer von zwei Sommerzugängen, die in der Startelf standen. Heil agierte wie erwartet rechts in der Viererkette. Dabei waren außerdem die nach Leihen zurückgekehrten Szymon Wlodarczyk und Emran Soglo.
Hearts lassen Chancen liegen
Bei den von 1.300 mitgereisten Fans unterstützten Hearts gab es im Sommer beginnend beim Cheftrainer deutlich mehr Rochaden. Die Gäste strahlten Gefahr aus. Sie kamen einem Treffer bei einem zu zentral angetragenen Schuss von Pierre Kabore nahe (25.). Einen groben Patzer von Mitchell im Herausspielen konnte Alexandros Kyziridis nicht nutzen (34.). Sturm war ob der Führung nun gut bedient.
Eine gute Möglichkeit auf das 2:0 ergab sich für das Ingolitsch-Team noch vor der Pause. Nach Jattas Vorarbeit zögerte Wlodarczyk beim Abschluss, Hearts-Kapitän Harry Milne bekam den Ball bei seinem Tackling an den Arm. Der ungarische Referee Gergo Bogar zeigte auf den Elferpunkt, revidierte seine Entscheidung nach einem VAR-Einspruch jedoch ohne große Grazer Proteste (37.).
Triple-Schlag ab Minute 50
Kiteishvili hatte genug gesehen. Der Spielgestalter kam anstelle von Seidl ins Spiel und durfte nur wenige Minuten später einen Assist verbuchen. Der Eckball des Georgiers segelte über fast alle hinweg, Mitchell war am langen Eck zur Stelle. Wieder schlug Sturm aus einem ruhenden Ball zu und legte kurz darauf noch das 3:0 nach. Jacob Hödl sorgte mit einem Vorstoß für Unordnung in der Hearts-Abwehr, Weinhandl war final zur Stelle.
Die Schotten waren nun schwer angeschlagen. Soglos aufs lange Eck angetragener Schuss klatschte an die Innenstange. Heils Vorstoß endete nach Doppelpass mit Weinhandl dann mit dem vierten Grazer Treffer. Hearts-Coach Wouter Vrancken wechselte danach fast seine gesamte Offensivabteilung aus. Der starke Hödl zog sich bei einem Torschuss eine Fußblessur zu und musste vom Feld. Bei Sturm kam auch Neo-Stürmer Nelson Weiper ins Spiel. Die Hearts versuchten bis zum Schlusspfiff, zumindest ein Tor aufzuholen. Sturms Abwehr stand in den zweiten 45 Minuten aber sicherer.
Text: APA; Foto: GEPA pictures