09. Juni 2026
Umfangreiches Maßnahmenpaket für den heimischen Spitzenfußball
Während sich der sportliche Blick über den Atlantik richtet, sind die Klubs der Österreichischen Fußball-Bundesliga höchst aktiv und beschließen ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das den heimischen Spitzenfußball nachhaltig stärken wird.
- Mehr Transparenz und Verbesserungen beim VAR
- Organisatorischer Angriff auf die Europacup-Plätze: Neuer Rahmenterminplan 2026/27
- Heimstadion im Fokus: Stadionanforderungen an Lizenzbewerber aus der ADMIRAL 2. Liga
- Einführung des Multiball-Systems in der ADMIRAL 2. Liga
Mehr Transparenz und Verbesserungen beim VAR
In den vergangenen Monaten wurde geprüft, wie sowohl die Qualität des VAR als auch die Transparenz für Zuschauer gesteigert werden kann. Um das zu gewährleisten, wurden heute folgenden Maßnahmen beschlossen:
Ab der kommenden Saison stehen den Schiedsrichtern zwei zusätzliche Kameras in jedem Stadion vom neuen VAR-Partner Sportec Solutions sowie die drei Kameraperspektiven des Scoutingfeeds für die Bewertung von VAR-relevanten Spielszenen zur Verfügung. Diese weiteren Kameras liefern den Schiedsrichtern zusätzliche Perspektiven und ermöglichen eine Weiterentwicklung der Abseitslinien-Technologie.
Eine Einbindung dieser Kameras ins TV-Signal ist aus technischer Sicht derzeit nicht möglich, da mit diesen speziellen VARKameras bei der LIVE-Übertragung nicht die gleiche Verzögerung wie bei den TV-Kameras sichergestellt werden kann. Die in der Review Area (RRA) dem Schiedsrichter gezeigten Bilder werden selbstverständlich auch den Fernsehzuschauern gezeigt.
Der Schiedsrichter wird seine Entscheidungen nach On Field Reviews und nach gedrehten Entscheidungen durch VAR-Intervention im Stadion und in den TV-Übertragungen verbal kommunizieren und so jedem Zuschauer nachvollziehbarer machen. Auch durch die neue Übertragung der VAR-Bilder auf die Vidiwalls werden die Entscheidungen der Schiedsrichter für alle Stadionbesucher transparent.
Da in den 11 Bundesliga-Stadien unterschiedliche technische Voraussetzungen vorherrschen, wird die Umsetzung stadionindividuell im Laufe des kommenden Herbstes erfolgen.
Neuerungen gibt es bei den Entscheidungen, in denen der VAR eingreifen darf. Ab der kommenden Saison können nun auch offensichtlich falsche Eckbälle überprüft werden, sofern die Entscheidung ohne Spielverzögerung geändert werden kann. Ob diese Regelung zur Anwendung kommt, obliegt gem. der IFAB-Spielregeln jedem Bewerbsführer und die Klubs der ADMIRAL Bundesliga haben sich als eines der ersten Länder dafür entschieden.
Ergänzend kommt es durch die IFAB allgemein zu einer VAR-Anpassung betreffend gelb-rote Karten, deren zweite gelbe Karte nun auch überprüft werden kann.
Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer: „Alles, was den Fußball gerechter und transparenter macht, ist zu begrüßen, lautete das Credo bei der Einführung des VAR im Juni 2021. Mit der transparenten Kommunikation von Schiedsrichter-Entscheidungen und den neuen Kamera-Blickwinkeln werden wir dem mehr als nur gerecht und heben den VAR in Österreich auf ein neues Level.“
Organisatorischer Angriff auf die Europacup-Plätze: Neuer Rahmenterminplan 2026/27
Aufgrund einer hohen Auslastung hat der saisonale Spielkalender einen wesentlichen Einfluss auf die sportlichen Potenziale der heimischen Klubs. Heute haben die Klubs eine kurzfristige Veränderung des Rahmenterminplans für die kommende Saison beschlossen, die darauf abzielt, insbesondere den sportlichen Erfolg der Klubs in den UEFA-Bewerben zu unterstützen und gleichzeitig auch eine breitere Aufstellung der nationalen Spieltermine bietet. Die Änderungen im ÖFB Cup erfolgten in Abstimmung mit dem ÖFB und den Landesverbänden.
Die wesentlichen Änderungen im chronologischen Überblick:
- eine ABL- sowie A2L-Runde weniger im September (stattdessen 2. ÖFB Cup-Runde am Wochenende – bisher englische Runde )
- zwei zusätzliche ABL-Runden im Jänner (bisheriger ÖFB Cup-Viertelfinal-Termin)
- Die ÖFB Cup-Viertelfinal-Spiele als englische Runde im Februar (statt Wochenende Ende Jänner)
- eine zusätzliche A2L-Runde im April als englische Runde
- Keine ABL-Spielrunde am Wochenende des ÖFB Cup-Finales (1. Mai)
- Das ABL-Finale in der 32. Runde am Freitag und Samstag (statt Samstag und Sonntag)
- Das A2L-Finale in der 30. Runde am Sonntag (statt Freitag)
- Dadurch auch frühere Spieltermine im Europacup-Play-off (Saisonende am 31. Mai statt 3. Juni)
Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer: „Nach dem bitteren Rückfall in der UEFA-Fünfjahreswertung und dem Verlust eines Europacup-Startplatzes muss es unser oberstes Ziel sein, wieder voll anzugreifen und den Blick in der Tabelle nach oben zu richten. Dafür müssen unseren Klubs Rahmenbedingungen geboten werden, die den sportlichen Erfolg in den UEFA-Bewerben bestmöglich unterstützen.“
Heimstadion im Fokus: Stadionanforderungen an Lizenzbewerber aus der ADMIRAL 2. Liga
Heute haben die Klubs der Österreichischen Fußball-Bundeslbeschlossen, dass Aufstiegsanwärter aus der ADMIRAL 2. Liga ab der Saison 2029/30 über ein bundesligataugliches Heimstadion verfügen müssen.
Konkret dürfen Lizenzbewerber aus der zweithöchsten Spielklasse ab der Lizenzierung 2029/30 nur mehr 1 Heimstadion zur Teilnahme an den Bewerben der BL nennen, welches unabhängig von der Spielklasse in der darauffolgenden Saison genutzt werden muss. Eine Planung mit zwei unterschiedlichen Stadien für die jeweilige Liga wird damit nicht mehr möglich sein. Daraus folgt, dass das genannte Heimstadion höchstligatauglich sein muss.
Darüber hinaus muss es sich um jenes Stadion handeln, das bereits in der gesamten Saison 2028/29 bespielt wird. Alternativ kann im Rahmen der Lizenzierung im März 2029 ein Um-/Neubaunachweis erbracht werden, wonach das bisherige Heimstadion höchstligatauglich wird. In diesem Fall ist weiterhin die Nennung eines alternativen höchstligatauglichen Heimstadions im Umkreis von 150km des Vereinssitzes möglich.
Für Klubs aus der dritthöchsten in die zweithöchste Spielklasse gilt eine vergleichbare im Dezember 2024 beschlossene Regelung bereits seit dem Zulassungsverfahren für die Saison 2026/27.
Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer: „Infrastruktur ist ein wichtiger Schlüssel, um sportlich nachhaltig erfolgreich sein zu können. Mit der heutigen Entscheidung gehen die Klubs einen weiteren Schritt in der Infrastrukturoffensive.“
Einführung des Multiball-Systems in der ADMIRAL 2. Liga
Bereits in der vergangenen Saison ist das Multiball-System erfolgreich in der ADMIRAL Bundesliga eingeführt worden. Ab der kommenden Saison 2026/27 kommt dieses System auch in der ADMIRAL 2. Liga zur Anwendung.
Dabei werden insgesamt 14 Bälle rund ums Spielfeld auf Hütchen oder Ballsäulen platziert. Ballkinder sind (außer beim Abstoß des Tormanns) ausschließlich dafür zuständig, die Bälle auf den Vorrichtungen zu platzieren, die Bälle werden von den Akteuren selbst genommen und wieder ins Spiel gebracht.