Zur Navigation springenZur Suche springenZum Hauptinhalt springenZum Footer springen

21. Sept. 2026

Zlatko Junuzovic Trophy

Zlatko Junuzovic checkt die 7 Teamspieler der Bundesliga

7 Spieler aus der ADMIRAL Bundesliga hat ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick in seinen Kader für die ersten Spiele der Nations League einberufen – so viele wie noch nie in der Amtszeit des Deutschen. Vier Profis stellt Double-Sieger LASK, zwei kommen von Red Bull Salzburg und mit Youngster Vasilije Markovic auch einer von Austria Wien. Wir baten den 55-maligen Teamspieler Zlatko Junuzovic, der in Österreich für den GAK, Austria Kärnten, Austria Wien und Red Bull Salzburg auflief, das Septett genau unter die Lupe zu nehmen.

Sascha Horvath (Mittelfeld, LASK)

„Sascha hat sich diese Einberufung absolut verdient, das wird ihm auch guttun. Da ist es egal, dass er erst als Nachberufener dazu kam“, sagt Junuzovic über den 30-jährigen Mittelfeld-Motor, dem in der vergangenen Runde beim 3:3 in Hartberg ein Traumtor gelang. „Er ist der Dreh- und Angelpunkt beim LASK, hatte einen riesigen Anteil am Double-Gewinn.“ Dass es so wirkt, dass Horvath im Alter immer besser wird, kann Junuzovic gut nachvollziehen. „Du kannst die Dinge besser einordnen, hast gelernt, mit Druck umzugehen, das hilft. Ich dachte mir in Salzburg immer: Ich wäre mit meinem Wissen von heute gerne noch einmal 20. Dann hätte ich mir wohl einiges erspart.“

Christian Zawieschitzky (Torwart, Salzburg)

Christian Zawieschitzky (Torwart, Salzburg)

Junuzovic kennt den erst 18-jährigen Keeper bestens aus seiner Zeit im Staff bei Red Bull Salzburg. „Ein super Junge“, platzt es aus ihn heraus. „Als Typ bodenständig, straight und klar, als Torwart beidbeinig und herausragend auf der Linie.“ Dass er noch vor Kurzem in der 2. Liga spielte und erst jetzt erstmals Stammkeeper auf höchstem Niveau agiert, sieht er nicht als Nachteil. „Klar muss er sich erst an vieles gewöhnen, aber das wird ihm gelingen. Und wenn er mal einen oder zwei Fehler macht, muss er sich denken: Scheiß drauf!“ Jedenfalls traut er Zawieschitzky zu, langfristig auf der Tormann-Position, die ja oft als Problemstelle im Nationalteam definiert wurde, die Lösung zu sein. „Er kann dafür sorgen, dass wir über Jahre hinweg kein Problem zwischen den Pfosten haben.“

Lukas Jungwirth (Torwart, LASK)

Der 7-malige U21-Teamkeeper ist einer der Shootingstars der vergangenen Saison und hielt den Kasten des LASK mit einer beeindruckenden Konstanz auch unter höchstem Druck sauber. „Dass die Linzer hinten so stabil standen, ist mit Sicherheit auch sein Verdienst“, urteilt Junuzovic. „Wenn du in so einem stabilen Gerüst agierst, kannst du dich selbst gut entwickeln und rückst dabei automatisch in den Fokus für höhere Aufgaben.“ Dazu kommt, dass Jungwirth jetzt sogar die Chance bekommt, auf höchstem internationalem Level in der Champions League weiter zu reifen und Erfahrungen zu sammeln. 

Nikolas Veratschnig (Abwehr, Salzburg)

Von seiner Performance ist Junuzovic schwer beeindruckt. „Unglaublich, wie schnell er sich in Salzburg zurechtgefunden hat. Er geht als Kapitän vorneweg, liefert konstant Top-Leistungen ab und hat zuletzt auch im Spitzenspiel gegen Sturm getroffen.“ Dabei waren einige Experten durchaus skeptisch, ob für einen Spieler, der bei Mainz 05 kaum gespielt hat, die Ablösesumme nicht zu hoch sei. „Er hat sie eines Besseren belehrt“, findet „Zladdi“, der auch von den Distanzschüssen des Rechtsverteidigers angetan ist. „Wenn er diese Form beibehalten kann, wird er sicher öfter im Nationalteam dabei sein.“

Vasilije Markovic (Mittelfeld, Austria Wien)

Vasilije Markovic (Mittelfeld, Austria Wien)

„So jemanden wie ihn einzuberufen, ist der Rangnick-Style“, sagt Junuzovic mit einem Lachen. „Er gibt auch jungen Spielern das Gefühl, dass sie dabei sein können. Ein richtig gutes Investment für die Zukunft.“ Von der Unbekümmertheit des U17-Helden, der vergangenes Jahr mit Österreich den Vize-WM-Titel in Katar holte, ist er ohnehin angetan. Jetzt gilt es, genau das abzurufen, was ihn auch bei der Austria stark machte – auch wenn er erst im Februar dieses Jahres bei den Profis in der Bundesliga debütierte. „Je früher man diese Erfahrungsschritte auf großer Bühne macht, desto schneller kannst du dich entwickeln“, weiß Junuzovic aus eigener Erfahrung.

Sasa Kalajdzic (Angriff, LASK)

Spätestens mit seinem „Bist-du-deppert“-Tor bei der WM hat sich der Stürmer in die Herzen der heimischen Fußballfans geschossen. „Er kann sowohl für den LASK als auch für das Nationalteam eine eminent wichtige Rolle spielen“, glaubt Junuzovic, den es gar nicht so sehr überrascht hat, dass der 29-Jährige sein Engagement in Linz verlängert hat. „Auch wenn es manche nicht glauben mögen, aber Geld spielt nicht immer die entscheidende Rolle. Er fühlt sich brutal wohl beim LASK, hat dort einen coolen Status und weiß einfach zu schätzen, in einem Team zu sein, in dem er funktioniert.“ Wichtig wird nach der Verletzungs-Historie nur sein, auch in Zukunft über einen längeren Zeitraum von gesundheitlichen Rückschlägen verschont zu bleiben.

Christoph Lang (Mittelfeld, LASK)

Christoph Lang Sascha Horvath (Mittelfeld, LASK)

Einmal zuvor wurde der LASK-Offensivmann von Ralf Rangnick in den ÖFB-Kader einberufen, für einen Einsatz hat es noch nicht gereicht. „Bei ihm habe ich das Gefühl, dass er immer wieder gekitzelt werden muss, um seine beste Leistung abzurufen“, vermutet Junuzovic. „Wenn er noch mehr Konstanz in sein Spiel bekommt, kann er ein noch wichtiger Faktor werden.“ Während Lang vergangene Saison viel von seinen Joker-Qualitäten lebte (alle fünf Liga-Tore erzielte er von der Bank kommend), hat er diesen Eindruck in der aktuellen Spielzeit widerlegt. „Jetzt trifft er auch, wenn er in der Startelf steht (Anm.: 5 Tore in 7 Einsätzen). Für mich ist er ein Kreativgeist, dem in jeder Phase des Spiels etwas zuzutrauen ist.“

Text: Markus Geisler; Fotos: GEPA pictures