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30. Apr. 2026

Klaus Lindenberger; LASK-Trainer

LASK-Legende Lindenberger: „Jetzt sind die Linzer Favorit“

Der Mann ist eine echte Klub-Legende. 387 Pflichtspiele hat Klaus Lindenberger von 1976 bis 1988 und später von 2004 bis 2006 für den LASK als Torhüter absolviert, in der Saison 2008/09 fungierte er auch als Chef-Trainer der Athletiker, nachdem er zuvor auch Sportdirektor gewesen war. Wir sprachen mit dem gebürtigen Linzer drei Runden vor dem Ende der ADMIRAL Bundesliga und wenige Tage vor dem ÖFB Cup-Finale, das die Oberösterreicher am 1. Mai gegen Altach bestreiten, über die Titelchancen seines Ex-Klubs, die Gründe für den Erfolgslauf und das starke Rookie-Jahr von Tormann Lukas Jungwirth. Der 68-Jährige über…

… die Stimmung in der Stadt:

„Durch die aktuelle Tabellenkonstellation ist der LASK für mich jetzt der Favorit auf den Meistertitel! Das Restprogramm stellt sich für mich so dar, dass wenn sie in diesen drei Spielen ihre Normalform erreichen, der Titel absolut greifbar ist. Die Linzer sind sehr fußballbegeistert, eine gewisse Euphorie ist sicher vorhanden. Wenn sie jetzt noch das Cup-Finale gewinnen, in dem sie von der individuellen Stärke und von der Mannschaft her über Altach zu stellen sind, wird die Begeisterung wahrscheinlich nochmal größer werden. Das Double ist aus meiner Sicht möglich.“

… die Psychologie der Tabellenführung:

„Jetzt ganz vorne zu stehen, kann schon für eine gewisse Drucksituation sorgen. Aber die Auslosung ist nicht so schlecht, da hat man das eine oder andere Spiel, das man einfach gewinnen muss. Und Fakt ist: Der LASK hat von den Mannschaften, die für die Meisterschaft infrage kommen, den geringsten Druck. Ich denke, wenn man sich am Freitag den ersten Titel sichert, wird das die Mannschaft nochmal beflügeln.“

Klaus Lindenberger als LASK-Trainer mit Ivo Vastic

… den Vorteil des Sternchens, dank dem man bei Punktgleichheit vor Sturm Graz gereiht wird:

„Wenn der LASK alle drei Spiele gewinnt, ist er Meister – Punkt. Aber ich gehe nicht davon aus, dass das unbedingt nötig sein wird, sieben Zähler könnten auch schon reichen. Das Wichtigste ist, die Spiele nacheinander abzuarbeiten und keine Rechenspiele anzufangen, wann man noch wie viele Punkte braucht. Wenn das passiert, wird es gefährlich. Klare Richtlinien, klare Vorgaben – dann wird es klappen!“

… das Restprogramm mit Spielen gegen Rapid (bisher 2:0, 3:0, 2:4) und Salzburg (0:3, 1:5, 3:2, beide daheim) sowie auswärts bei der Austria (2:1, 2:2, 4:1):

„Zwei von drei Spielen im eigenen Stadion ist sicher von Vorteil. Die Raiffeisen Arena ist ein Garant dafür, dass man mit den euphorischen Fans im Rücken beide Teams schlagen kann. Und auch bei der Austria ist nichts unmöglich. Wobei man schon sieht, dass in dieser Liga Prognosen schwierig sind. Das Schlüsselspiel für den LASK wird wahrscheinlich das gegen Salzburg sein.“

… die hervorstechendste Qualität des LASK:

Sasa Kalajdzic Jubel LASK

„Ich würde sagen, dass man in keinem Mannschaftsteil eine echte Schwäche hat, überall Qualität vorhanden ist. Mit Sasa Kalajdzic hat man vorne einen absoluten Top-Scorer, von dem man weiß, welch herausragende Qualitäten er in der Luft hat. Das kann in engen Partien ein entscheidender Vorteil sein."

… die Rookie-Saison von Tormann Lukas Jungwirth:

„Er hat den Vorteil, in einer Mannschaft wachsen zu können, die über hohe Qualität verfügt. Das ist für einen jungen Keeper von Vorteil. Dass er selbst über ein hohes Maß an Qualität verfügt, ist klar, er strahlt für mich absolut aus, ein sicherer Rückhalt zu sein. Es spricht für ihn, dass er in den Situationen, in denen er da sein muss, auch da ist. Aber: Auch für ihn wird der Druck steigen, dem muss er sich stellen. Wenn man anfangs unbedarft in eine Saison geht, ist es leichter, jetzt aber wird der Druck von Spiel zu Spiel größer.“

Klaus Lindenberger LASK-Goalie 2004

… den Job von Trainer Didi Kühbauer:

(lacht) „Ich kenne ihn als Spieler besser als als Trainer… Er ist sehr exzentrisch, beschreitet auch Wege, die nicht jedem gefallen. Aber er weiß genau, was er zu tun hat, analysiert die Gegner gut und hat ein passendes Konzept entwickelt. Das ist etwas, das der LASK nicht immer hatte und jetzt wieder hat.“ 

… die Gefahr, das Cup-Finale inmitten des Titelkampfes als Ablenkung wahrzunehmen:

„Ich glaube an die Devise, die der frühere Teamchef Marcel Koller auch immer vermittelt hat: Das nächste Spiel ist immer das wichtigste. Diesen Ansatz hat auch Didi verinnerlicht. Das nächste Spiel ist das Cup-Finale, also wird der volle Fokus darauf gelenkt. Dann kommt drei Tage später Rapid, dann gilt die volle Konzentration dieser Aufgabe. Dass die geringere Zeit zur Erholung dabei eine Rolle spielt, denke ich nicht. Eins nach dem anderen, dann führt der Weg zum erhofften Ziel.“

Text: Markus Geisler; Fotos: GEPA pictures