31. März 2026

Lukas Jäger im Wordrap: „Wir haben uns gewandelt!“
Altachs „Abfang-Jäger“ erlebt in neuer Rolle seinen x-ten Frühling in Altach. Warum die Vorarlberger besser dastehen als die letzten Jahre und im Cup gerade Geschichte schreiben, warum die Kabinenmusik ruhig gewöhnungsbedürftig bleiben darf und was er von der Europacupchance, Greil, Stojanovic, Jägermeister, dem Nationalteam und seinem neuen Trainer hält, erklärt er bundesliga.at im knackigen Wordrap.
Erster in der Qualifikationsgruppe (erstmals in einer Saison seit 2019/20), die wenigsten Gegentore der Liga kassiert (zusammen mit Hartberg), zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Cupfinale und beste Saison seit langem. Es gab für Lukas Jäger und seine Altacher wahrlich schon schlechtere Zeiten. Grund genug für einen Wordrap von A wie Abstiegskampf bis Z wie Zaric.
Abstiegskampf
Da waren wir die letzten Jahre extrem involviert. Diesmal werden wir schauen, dass wir die nötigen Punkte so schnell wie möglich einfahren. Mental ist das nie leicht, daher bin ich sehr froh, dass wir das bis jetzt immer sehr positiv gemeistert haben.
Aufschwung
Spannend, wie sich das bei uns entwickelt hat. Es ist sicher mehr Qualität vorhanden als die Jahre davor. Wir haben zwei, drei sehr gute Spieler dazubekommen. Die Charaktere passen gut zusammen. Auch die Art, wie wir spielen, hat sich gewandelt. Wir gestalten das Spiel sehr aktiv, sind sehr aggressiv gegen den Ball und haben auch fußballerisch bessere Lösung. Das spiegelt sich in den Punkten wider. Ich bin sehr happy, wie es aktuell läuft.
Cupfinale
Es ist das erste Mal, dass wir mit Altach einen Titel holen können. Es ist das Highlight der Saison, auf das wir uns schon riesig freuen.
Europacup
Es wäre natürlich ein absoluter Traum, das nochmal mit Altach zu erreichen.
Gelbe Karten

Ja, da hab ich einige gesammelt in meiner Karriere. Diese Saison komm ich aber sehr gut durch, da hab ich erst vier. Das liegt wohl an der neuen Position als Innenverteidiger. Als Sechser hab ich doch öfter ein taktisches Foul machen müssen.
Greil
Unfassbarer Fußballer. Er hat eine extreme Spielintelligenz, ist bei uns ein bissl ein Freigeist und trifft sehr oft sehr gute Entscheidungen für uns.
„Hoamat“
Das ist Vorarlberg für mich, Alberschwende … und mittlerweile Dornbirn. Es ist sehr schön, dass ich in der Heimat Fußball spielen kann, dass ich bei meinen Freunden, bei der Familie bin und das schöne Land genießen kann.
Innenverteidigung
Damit geht’s mir sehr gut – ich kann defensiv viel abdecken und auf der Halbposition links in der Dreierkette fühl ich mich sehr wohl, ich glaub, das sieht man auch. Aber wir arbeiten alle generell sehr gut gegen den Ball, deshalb kriegen wir so wenige Gegentore.
Jägermeister
Ist gar nicht meins. Da mag ich andere Getränke viel lieber.
Kampfmaschine
Das ist etwas, was mich schon von klein auf begleitet und auszeichnet. Das war für mich immer ein wichtiger Baustein, ans Limit zu kommen. Gerade am Anfang meiner Karriere war ich technisch noch nicht so versiert. Ich denke schon, dass ich da ein paar Schritte gemacht hab.
Kapitänsschleife
Die hab ich seit einigen Jahren. Ich fühl mich sehr wohl in der Rolle, Verantwortung zu übernehmen – ich hab da aber auch Jungs um mich herum, die mich sehr unterstützen und durch die wir ein gutes Mannschaftsgefüge haben.
Karrierehighlight
Da waren bei mir schon ein paar schöne Momente dabei, wie die internationalen Spiele mit Sturm oder der Aufstieg mit Nürnberg. Das Cupfinale jetzt ist aber was ganz Besonderes, weil es mit dem Verein passiert, bei dem ich groß geworden bin und die meiste Zeit meiner Karriere verbracht hab.

Kopfballtor
Mein Tor im Cup gegen Salzburg. Eine wunderschöne Erinnerung. Ich hätte mir keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können.
Leiberlkampf
Es war nicht immer leicht für mich. Im Laufe einer Karriere ist das normal. Die meisten Spieler müssen da mal durch. Es gibt während der Karriere immer viele Faktoren, die mitspielen müssen. Ich war sicher nicht immer am Maximum meiner Leistungsfähigkeit und dann gibt es immer noch Trainer, die da mitreden. Aber auch da gilt es alles rauszuholen, die Mannschaft auch von der Bank bestmöglich zu unterstützen und bereit zu sein, wenn die Chance wieder kommt. Der Teamgedanke wird immer vorangestellt, auch wenn jeder Fußballer spielen will.
Lieblingsplatzerl
Das ist bei mir schon das Schnabelholz. Ich hab die meisten Spiele hier bestritten und viele schöne Siege hier gefeiert – auch bittere Niederlagen. Aber das Positive überwiegt.
Motivationsmusik
Ich höre ja wild alles durchgemischt, auch ältere Sachen. In der Kabine legt meistens unsere französische Fraktion auf – meistens französischen Rap, etwas gewöhnungsbedürftig für die meisten, aber wenn sie dafür performen und sich wohlfühlen, passt das auch.
Nationalteam
Wir haben da aktuell eine sehr, sehr spannende Mannschaft. Ich bin schon sehr gespannt auf die WM und freu mich auf unsere Spiele.
Raubein
Das gehört zu meinem Spielstil. Ich seh mich aber nicht mehr nur als eines. Klarerweise braucht es manchmal eine gewisse Härte, um ein Zeichen zu setzen.
Rieder Spielweise
Sehr zweikampfbetont, hart, am Limit des Erlaubten, aber das ist ihre Art Fußball zu spielen. Ich bin ja ein ähnlicher Typ. Ich glaub, dass ich gut dagegenhalten kann. Wir müssen von der ersten Sekunde die Duelle annehmen und uns überlegen, wie wir sie knacken können.
Stojanovic

Überragender Tormann – einer der besten, wenn nicht der Beste in Österreich. Wir stehen eigentlich immer gut, aber wenn was durchkommt, ist er da. Und so hat er uns auch schon einige Spiele gewonnen.
Titelkampf
Der ist in Österreich dieses Jahr so spannend wie noch nie. Alle da oben haben die Chance und es wird bis zum Schluss sehr spannend.
Zaric
Ein spannendes Trainerprofil. Im Winter als er zu uns gekommen ist, hat wohl noch keiner gewusst, was auf uns zukommt. Aber man sieht, dass es funktioniert und Früchte trägt.
Text: Christoph König; Fotos: GEPA pictures