17. Juni 2026

Lustenaus Musketiere sind zurück!
Matthias Maak, Pius Grabher, Fabian Gmeiner und Domenik Schierl haben zusammengerechnet bereits 34 Saisonen für Austria Lustenau in den Beinen und sich mit ihrem Klub schon zum zweiten Mal in die Bundesliga gekämpft.
Rapid hatte in den 90er Jahren die berüchtigten Daltons (Kühbauer, Marasek, Barisic und Mandreko). Bei Austria Lustenaus Pendants ist der Größenunterschied ähnlich (Grabher 1,70m, Gmeiner 1,77, Schierl 1,85, Maak 1,91), der Vergleich mit den vier Musketieren passt aber besser. Denn ganz nach dem Motto „Alle für einen und einer für alle“ war das eingeschworene Quartett beim Aufstieg 2022 genauso dabei wie beim Abstieg 2024 und beim Wiederaufstieg 2026. „In so kurzer Zeit zweimal in die Bundesliga aufsteigen, das ist schon etwas Besonderes. Sowas erlebt man nicht oft im Leben.“ freut sich Rechtsverteidiger Fabian Gmeiner (29). Für den Dornbirner ist es bereits die sechste Saison in Lustenau, für Abwehrriese Matthias Maak (34) und Tormann Domenik Schierl (31) die siebente und für Mittelfeldmotor Pius Grabher (32) sogar schon die 14.
Auch wenn mit der Rückkehr von Danilo Soares (34) ein weiterer Routinier dazukommt, besteht Lustenaus Kader großteils aus jungen Talenten aus aller Welt. Umso Wichtiger ist da die Rolle der erfahrenen Viererachse, weiß Gmeiner: „So ein Grundgerüst brauchst du als Mannschaft. Mit Spielern, die voran gehen und die Identität des Vereins ausstrahlen und die das weitervermitteln, was der Trainer vorgibt.“ Maak stimmt zu: „Wenn wir nur Spieler hätten, die nach einem Jahr wieder weg sind, das wäre für die Zuschauer und Fans schwer. Wir bringen da eine gewisse Konstanz rein.“ Maak taugt die Rolle: „Es macht Spaß, solche Talente zu begleiten und dazu beizutragen, dass sie den nächsten Schritt gehen. Wir Alteingesessene versuchen ihnen dabei zu helfen.“

Die Rolle des hitzköpfigen ehrgeizigen d'Artagnan hat ganz klar Domenik Schierl über. „Schierli ist der, der immer klipp und klar seine Meinung sagt“, weiß sein Freund Maak und Gmeiner unterstreicht. „Der Schierli ist sehr emotional, den hagelts auch mal richtig aus, wenn er in der Kabine auf 180 ist – in dem Moment ist das natürlich ein Schock für alle, aber nachher kann man drüber lachen.“ Pius Grabher ist da schon eher wie Musketier Athos, wenn es nach Maaks Beschreibung geht. „Ein ruhiger Typ, der Sachen in einer anderen Tonlage anspricht.“ Laut Gmeiner der erfahrene Leader der Truppe: „Pius DAS Lustenau-Urgestein. Er war schon in der Jugend hier, kennt den Verein und die Leute. Er weiß, was sich in Lustenau abspielt und hilft neuen Spielern. Aber auch wir holen uns Ratschläge bei ihm. Maaki hat viel Erfahrung von anderen Vereinen, viele holen sich Tipps, wenn sie einen Aus- und Ansprechpartner brauchen.“ Und Gmeiner selbst? Der hat wie Aramis eine zweite Berufung. In seinem Fall ist es aber die Musik, mit dem einen oder anderen Ständchen auf der Gitarre: „Haha, ja, wenns was zum Feiern gibt, stimm ich die Lieder an“

Dann fährt der gesamte Kader, so wie nach dem Aufstieg, schon mal geschlossen nach Mallorca – oder während der Saison zum Oktoberfest. Maak: „Legendär, sowas ist heute nicht selbstverständlich. Da sieht man den Zusammenhalt – und es entstehen natürlich Geschichten, über die man noch lange schmunzelt.“ Wieviel die Musketiere nach ihrem zweiten Aufstieg zum Feiern haben, wird sich erst zeigen. Fix ist, es sind bereits Freundschaften fürs Leben entstanden, wie bei Schierl und Maak, die schon gemeinsam Asien und Lateinamerika unsicher gemacht haben. Dieses Wohlfühlklima ist wohl einer der Gründe, warum das Quartett seinem Verein schon so lange die Treue hält.
Text: Christoph König; Fotos: (c) Austria Lustenau; GEPA pictures