08. Nov. 2026
Salzburg gewann Schlagabtausch bei Sturm Graz 4:3
"Bullen" mit letztem Wort im Siebentore-Spektakel - Damit weiter in Tuchfühlung zu Leader Rapid - Sturm bereits weit abgeschlagen
Salzburg bleibt in Schlagdistanz zu Bundesliga-Tabellenführer Rapid. Die "Bullen" entschieden am Sonntag einen spektakulären Schlagabtausch bei Vizemeister Sturm Graz 4:3 (2:2) für sich und liegen nach der 12. Runde weiter drei Punkte hinter den von Sieg zu Sieg eilenden Wienern. Jesper Lindström avancierte mit dem 4:3 (74.) zum Matchwinner im intensiven Topspiel. Sturm verlor in der Tabelle neuerlich an Boden und rutschte sogar auf Platz fünf hinter Hartberg zurück.
Haris Tabakovic schoss die Gäste früh in Führung (5.), Sturm drehte die Partie aber durch Torjäger Oumar Diakite (14., 18.). Leon Morgalla stellte auf 2:2 (29.), ehe Salzburg durch Damir Redzic wieder vorlegte (67.). Jon Gorenc Stankovic glich zwar noch einmal für die Grazer aus (70.), doch das letzte Wort war den weiter ungeschlagenen Gästen vorbehalten. Sturm kassierte die erste Heimniederlage in der Liga seit fast einem Jahr (1:3 LASK/23. November). Mit 19 Punkten ist der Abstand auf das Toptrio Rapid (33), Salzburg (30) und LASK (25) bereits beträchtlich.
Nach Europa-League-Niederlagen war bei beiden Teams Wiedergutmachung angesagt. Tabellarisch stand Sturm fast noch mehr unter Zugzwang als Salzburg. Die Gäste setzten auf die Flügelzange Jesper Lindström/Damir Redzic und Bartosz Mazurek als "Zehner" hinter Sturmtank Tabakovic. In der Viererabwehrkette aber fehlten erneut drei Stammspieler. Die personell ebenfalls gebeutelten Grazer setzten mit einer Ausnahme auf jene Startelf, die 2:3 gegen Celje verloren hatte. Jacob Peter Hödl ersetzte Valmir Matoshi, der laut Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch zuletzt trotz Zehenbruchs durchgebissen hatte.
Diakite wie Bierhoff 1990
Sturm hatte das erste Duell 70 Minuten lang dominiert, um letztendlich 0:3 zu verlieren. Dieses Mal sahen die 15.548 Fans früh Tore. Nach einem Einwurf setzte sich der brandgefährliche Mazurek am linken Flügel durch, und Tabakovic ließ sich den Stanglpass nicht entgehen (5.). Der Bosnier überwand Ammar Helac aus kurzer Distanz mit der Ferse. Sturm zeigte sich früh unsortiert, kassierte kurz darauf einen zweiten Abseitstreffer (Mazurek), arbeitete sich aber in die Partie zurück.
Diakite traf im zweiten Versuch per Kopf, nachdem er zuvor an die Latte geköpfelt hatte. Der Treffer zählte nach einem Tabakovic-Ausputzer hinter der Torlinie erst nach VAR-Eingriff (14.). Kurz darauf war der steirische Doppelschlag durch den ivorischen Torjäger perfekt. Jon Gorenc Stankovic spielte den hohen Pass in den Rücken der Salzburger Abwehr, und Diakite versenkte den aufspringenden Ball trocken von der Strafraumgrenze (18.). Neun Tore in seinen ersten sieben Bundesligaspielen hatte laut Sky-Info zuvor nur Oliver Bierhoff 1990 erzielt.
Röhl fliegt vom Platz
Salzburg-Trainer Danny Röhl konnte einen Stellungsfehler seiner uneingespielten Viererkette notieren. Offensiv strahlte sein Team mit vielen Rotationen und Tiefenläufen aber ständige Gefahr aus. Rechtsverteidiger Morgalla schob nach einem Mazurek-Lochpass zum 2:2 ein. Während Morgalla den Schritt vor Hödl zum Ball kam, blieb auch Sturms Keeper Helac auf der Linie "picken". Kurz darauf vergriff sich Röhl mutmaßlich im Ton und wurde von Schiedsrichter Walter Altmann auf die Tribüne verwiesen (32.). Co-Trainer Sebastian Heidinger übernahm das Kommando an der Linie und sah, wie sein Goalie Christian Zawieschitzky bei einem Schuss von Jürgen Heil (37.) und gegen Hödl (50.) das 2:3 verhinderte.
Dazwischen feuerte Lindström den ersten Warnschuss der zweiten Hälfte ab (48.). Nach der temporeichen ersten Hälfte leistete sich die Partie ihre erste Verschnaufpause, ehe Salzburg den nächsten Akzent setzte: Der eingewechselte Yorbe Vertessen setzte Redzic ein, der Balbo versetzte und hoch ins kurze Kreuzeck einschoss (67.). Noch aber gab sich Sturm nicht geschlagen. Stankovic köpfelte einen langen Ball von Arjan Malic schlitzohrig über den falsch postierten Zawieschitzky. Die Grazer Freude war von kurzer Dauer. Lindström ließ Heil, Malic und Joshua Quarshie stehen und schoss zum 4:3 ein (74.). Die größte Ausgleichsmöglichkeit vergab Matoshi nach Diakite-Zuspiel (84.).
Text: APA
Foto: GEPA pictures