Roman Wallner: Vier Mal Daumendrücken für die Ex-Klubs

7. Dezember 2021 in ADMIRAL Bundesliga Das würde sich auch zur kniffligen Quizfrage eignen: Welcher Fußballer hat für alle österreichischen Europacup-Starter der Saison 2021/22 gespielt? Richtig, Roman Wallner! Der nunmehrige Trainer des SAK 1914 nimmt für bundesliga.at die letzten Gruppenspiele seiner Ex-Klubs Red Bull Salzburg, LASK, Sturm Graz und Rapid unter die Lupe.

Roman Wallner darf sich auf zwei echte Finalspiele freuen. Für Red Bull Salzburgs „Thriller gegen Sevilla“ muss der 29-fache ÖFB-Nationalspieler ebenso die Daumen drücken, wie für ein „Rapid-Geschenk in Genk“. Um den LASK muss er sich nicht mehr sorgen, der ist bereits Gruppensieger, nur sein Stammklub Sturm Graz geht in sein letztes Gruppenspiel gegen den AS Monaco ohne Chance auf den Aufstieg. Für Österreich war die Europacup-Saison 2021/22 schon jetzt eine erfolgreiche. Die bisher eroberten 7,000 Punkte für den UEFA-Koeffizienten bedeuten Platz 8 im Jahresranking – und sollten dafür sorgen, dass sich Österreich auch in der UEFA-Fünfjahreswertung von Platz 10 (2021) auf Platz 8 (2022) verbessert!

 

Red Bull Salzburg – FC Sevilla (UEFA Champions League, Mittwoch, 21.00 Uhr)

Für die Salzburger geht es gegen den FC Sevilla um alles oder nichts. Der Gruppensieg ist ebenso noch möglich wie der Umstieg in die Europa League (im Falle einer Niederlage, wenn Wolfsburg gegen Lille nicht gewinnt) oder der Rückfall auf den vierten Platz und damit das Ausscheiden (bei einer Niederlage und einem Heimsieg Wolfsburgs gegen Lille). „Auch wenn sie zuletzt schon müde waren, wenn es um alles geht, können sie schon noch einmal alles raushauen“, drückt Roman Wallner dem Klub, für den er zwischen 2010 und 2011 26 Tore in 60 Bundesliga-Spielen erzielt hat, die Daumen. Vor allem Karim Adeyemi. „Er ist noch sehr jung, da war es fast zu erwarten, dass er auch einmal einen kleinen Hänger hat.“ Würde dieser nur die ADMIRAL Bundesliga betreffen, hätte Roman Wallner nicht einmal etwas dagegen. Denn der heutige SAK-Trainer ist mit 21 Toren der U20-Rekord-Torschütze der Bundesliga, Karim Adeyemi müsste am Samstag gegen die WSG Tirol doppelt treffen, um Wallners Rekord zumindest noch einzustellen, ehe er am 15. Jänner seinen 20. Geburtstag feiert. „Vor ein paar Wochen war ich mir noch sicher, dass er das schafft, aber als Stürmer verhaut man nun einmal mehr Chancen als man verwertet“, hofft Roman Wallner, dass Adeyemi seine Tore lieber in der Champions League schießt.

 

LASK – HJK Helsinki (UEFA Conference League, Donnerstag, 18.45 Uhr)

Mit drei Siegen und einem Remis in der Qualifikation, vier Siegen und einem Unentschieden in der Gruppenphase der UEFA Conference League sowie zwei Bonuspunkten für den Aufstieg hat der LASK in dieser Saison bisher sogar mehr Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung gesammelt als Red Bull Salzburg. Am Donnerstag empfangen die Linzer Finnlands frischgebackenen Meister HJK Helsinki, den sie durch Tore von Dario Maresic und Christoph Monschein auswärts schon 2:0 besiegen konnten. „Da der Gruppensieg schon feststeht, kann der Trainer einiges ausprobieren“, glaubt Roman Wallner, der von 2009 bis 2010 das Schwarz-Weiß der Linzer getragen hat. „Trotzdem werden sie schauen, auch das letzte Spiel noch zu gewinnen, weil sich ein weiteres Erfolgserlebnis wieder positiv auf die Leistungen in der Bundesliga auswirken kann.“

 

SK Sturm Graz – AS Monaco (UEFA Europa League, Donnerstag, 18.45 Uhr)

Für Sturm Graz hat Roman Wallner in der Champions League debütiert, da war der heute bald 40-Jährige noch keine 17 Jahre alt. „Bei Inter haben damals Ronaldo und Ivan Zamorano gespielt, das waren Idole meiner Kindheit“, erinnert er sich an den Dezember 1998. Beinahe Champions-League-Format hat bekanntlich auch Sturms Europa-League-Gruppe. Deshalb blieb es bisher bei einem Überraschungs-Punkt gegen Real Sociedad, der Aufstieg ist nicht mehr möglich. „Sturm ist zuletzt seiner Form ein bisschen nachgelaufen“, weiß Wallner, „aber das Spiel gegen Monaco ist eine Gelegenheit für die Spieler, sich noch einmal gut zu präsentieren. Sie können ohne Druck spielen. Wenn es ihnen gelingt, noch einmal zu punkten, wäre das ein guter Abschluss.“

 

KRC Genk – SK Rapid Wien (UEFA Europa League, Donnerstag, 21.00 Uhr)

„Der Ferdl ist jung, ambitioniert und ein Trainer der neuen Schule, ich bin mir sicher, er kann bei Rapid viel bewirken“, ist Roman Wallner überzeugt, dass sein langjähriger Weggefährte Ferdinand Feldhofer schon für das abschließende Gruppenspiel der Europa League in Genk den richtigen Plan aushecken wird. „Mit ihm habe ich schon bei LUV Graz gespielt, dann waren wir gemeinsam bei Sturm und bei Rapid. Der Ferdl ist ehrgeizig und will immer gewinnen. Schön wäre es, wenn Rapid diesmal den Spieß umdrehen und wie Genk in Wien das Spiel in der Schlussphase für sich entscheiden könnte.“ Dann würden die Grün-Weißen in die UEFA Conference League umsteigen und im Februar in der Zwischenrunde um den Aufstieg ins Achtelfinale kämpfen. Feldhofer hat die seit fünf Spielen sieglosen Belgier bereits bei deren 2:3-Heimniederlage gegen den FC Brügge gesehen. Sein Urteil: „Unschlagbar sind sie nicht…“.

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