Wo Rapid Tabellenführer ist

25. März 2022 in ADMIRAL Bundesliga Wenn die Rapid-Viertelstunde kopf steht, Salzburg um die Top 6 kämpfen muss und die Entscheidung um den Meistertitel Spitz auf Knopf steht – dann hat wohl jemand an der Tabelle gedreht. Und tatsächlich: Die Kollegen von Liga-Datenpartner opta haben Erstaunliches herausgefunden, wenn man sich die Start- und die Endphase der Spiele der ADMIRAL Bundesliga einmal genauer anschaut.

Um den Titelkampf in der ADMIRAL Bundesliga so richtig anzuheizen, müsste man eigentlich nur eines tun: die Spiele in der 75. Minute abpfeifen. Dann ergäbe sich in der Tabelle ein erstaunliches Bild. Zwar wäre Red Bull Salzburg mit 45 Punkten immer noch Erster, die Verfolger Rapid (43 Punkte), SK Puntigamer Sturm Graz und der RZ Pellets WAC (jeweils 42) wären dem Rekordmeister aber ganz dicht auf den Fersen. Und das sogar ganz ohne Punkteteilung, wie man in dieser Tabelle sehen kann:

Eine Medaille, die verschieden glänzt, je nachdem, von welcher Seite aus man sie betrachtet. Zum Beispiel von der, dass die Salzburger selten wie die Feuerwehr aus der Kabine kommen. Denn erstellt man eine Tabelle, in der die Spiele nach der Start-Viertelstunde enden, müssten die roten Bullen um die Top 6 fighten und wären gerade einmal Vierter – gemeinsam mit der punkt- und torgleichen Admira, wie diese Tabelle zeigt:

Souveräner Leader mit vier Zählern Vorsprung wäre Rapid, das als einziges Team der Liga siebenmal die Startphase „gewonnen“ hat (also bis zur 16. Minute in Führung lag) und dabei eine Tordifferenz von +5 aufweist. Eine völlige Umdrehung der Rapid-Viertelstunde, die ja ursprünglich auf den traditionell starken Schlussspurt der Hütteldorfer hinweisen soll. Allerdings: Einer der Garanten des starken Frühstarts spielt nicht mehr für Rapid, da sich der Dreifach-Torschütze in diesem Zeitraum, Taxiarchis Fountas, mittlerweile Richtung MLS verabschiedet hat. Hier die besten Liga-Schützen in den ersten 15 Minuten:

Dass in der echten Tabelle Salzburg dennoch überlegener Spitzenreiter ist, muss also an deren Stärke ab der 76. Minute liegen – und die ist tatsächlich beeindruckend. Würde nur die Schluss-Viertelstunde zählen, wären die Mozartstädter mit 13 Punkten Vorsprung Tabellenführer. Was wiederum daran liegt, dass ihnen in diesem Zeitraum bereits satte 24 Treffer gelungen sind. Was übrigens Rekordkurs bedeutet: Denn in der Saison 1985/86 gelangen Rapid in „ihrer“ Viertelstunde 31 Treffer (allerdings in 36 Runden). Treffen Adeyemi, Okafor & Co. also weiterhin so konstant in der Endphase, dürfte die Bestleistung also trotz vier Spielen weniger in dieser Saison fallen. Hier die Tabelle, wenn die Spiele nur ab der 76. Minute gewertet würden:

Die Namen Adeyemi (sechs Treffer) und Okafor (fünf) wurden oben nicht per Zufall genannt. Denn sie sind es, die mit ihren elf Toren in diesem Zeitraum die gefährlichsten Spieler der Liga sind. Dass es mit Rasmus Kristensen ein weiterer Salzburger in die Top 9 schafft, zeigt, wie unberechenbar die Mozartstädter auch in der Schlussphase sind. Und: Sieben der 24 Tore fielen sogar in der Nachspielzeit, also jenseits der 90. Spielminute. Da kommen annähernd nur der TSV Egger Glas Hartberg und die SV Guntamatic Ried (jeweils drei Tore) mit. Hier die besten Schützen ab der 75. Minute, wobei auffällt, dass Noah Okafor als einziger Spieler zu den guten Startern und zu den am Ende erfolgreichsten Stürmern zählt, da er sieben seiner acht Saisontore in einem der beiden Zeiträume erzielt hat:

Wenn es um die Tore in der Schlussphase der Matches geht, kommen oft die Joker ins Spiel – traditionell eine Paradedisziplin der Salzburger. Und in der Tat: In absoluten Zahlen wechselt Matthias Jaissle die meisten Treffer ein, von den 24 Toren ab der 76. Minute sind es zehn durch Bankspieler. Den prozentuell höchsten Anteil hat aber – wenn auch auf bescheidenerem Niveau – der SCR Cashpoint Altach. Denn drei der vier Tore der Vorarlberger nach der 75. Minute wurden durch Joker erzielt, das sind 75 Prozent, wie die abschließende Liste zeigt:

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